Programme zur Barrierefreiheit der Deutschen Bahn AG

Menschen mit Behinderungen stellen für die Deutsche Bahn eine bedeutende Kunden- und damit Zielgruppe dar, deren spezifische Bedürfnisse bei der strategischen Ausrichtung, der Produktentwicklung und Service-Implementierung jetzt und in Zukunft grundsätzlich berücksichtigt werden.

Informationen zum Programm der Deutschen Bahn

Was sind die Programme?

In den Programmen listen wir alle Maßnahmen im Verkehrs- und Infrastruktur-Bereich der Deutschen Bahn AG auf, die dazu beitragen, dass Sie so barrierefrei und gleichberechtigt wie möglich bei uns und mit uns unterwegs sind.

Das Programm bildet die Basis dafür, dass wir auch in Zukunft an Maßnahmen arbeiten können, um Stück für Stück unsere Vision vom "barrierefreien Reisen" für Sie verwirklichen zu können.

Wer erarbeitet die Programme der DB AG?

Foto: Mit der Vorstellung der neuen App DB Barrierefrei präsentierte Dr. Richard Lutz, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn, am 18. Oktober 2018 in Berlin einen weiteren Meilenstein in Richtung Barrierefreiheit bei der DB. Zugleich wurde im Beisein von Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, und Jürgen Dusel, Beauftragter der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, die 15-jährige Arbeit der Programmbegleitenden Arbeitsgruppe gewürdigt.

Zum 1. Juli 2002 wurde im Unternehmensbereich Personenverkehr der Deutschen Bahn AG eine Kontaktstelle für kundenbezogene Behindertenangelegenheiten eingerichtet, um konzernübergreifend die Anliegen von Kunden, Behindertenverbänden und politischen Gremien zu koordinieren.

Erkenntnisse über die spezifischen Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen gewinnt die DB im regelmäßigen Austausch mit Betroffenen der jeweiligen Zielgruppe. Eigens dafür wurde eine Arbeitsgruppe mit vom Deutschen Behindertenrat benannten Vertretern ins Leben gerufen. Im partnerschaftlichen und konstruktiven Dialog werden wichtige Detailfragen der anstehenden Umsetzungsmaßnahmen in den Bereichen Infrastruktur, Fahrzeuge, Information und Service vorgestellt und erörtert.

Die Gespräche werden durch das Büro des Beauftragten der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, das Referat UI 31 Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, das Bundesministerium für Arbeit und Soziales, die Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation und das Eisenbahnbundesamt kontinuierlich begleitet.

Warum erstellt die DB AG Programme zum "barrierefreien Reisen"?

Am 01. Mai 2002 trat das Gesetz zur Gleichstellung behinderter Menschen (BGG) und zur Änderung anderer Gesetze in Kraft. Damit verfolgt der Gesetzgeber das Ziel, Menschen mit Behinderungen eine gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben sowie eine selbstbestimmte Lebensführung zu ermöglichen.

Für den Bereich "Verkehr" trifft § 8 Abs. 2 BGG die Regelung, dass öffentlich zugängliche Verkehrsanlagen und Beförderungsmittel im öffentlichen Personenverkehr gemäß § 2 Abs. 3 EBO in der Fassung des Art. 52 BGG gestaltet werden müssen. Dort wurde festgelegt, dass die Eisenbahnen verpflichtet sind, "Programme zur Gestaltung von Bahnanlagen und Fahrzeugen zu erstellen, mit dem Ziel, eine möglichst weitreichende Barrierefreiheit für deren Nutzung zu erreichen."

Als bundesweit tätiges Unternehmen wird die Deutsche Bahn AG diesen gesetzlichen Anforderungen gerecht, indem sie alle Maßnahmen im Verkehrs- und Infrastrukturbereich der Deutschen Bahn AG zusammenstellt. Diese werden in Form eines sogenannten Programms aufgelistet. Das Programm bildet die Basis der Zukunftsarbeit zur gleichberechtigten Teilhabe behinderter Menschen am Leistungsangebot der Deutschen Bahn AG, und die Maßnahmen-Planungen zeigen wichtige Meilensteine auf dem Weg zur Zukunftsvision des "barrierefreien Reisens". Sie verstehen sich gleichzeitig als Weiterentwicklung und Wege zur Umsetzung des Selbstverständnisses der Deutschen Bahn AG und sind Gegenstand eines Veränderungsprozesses; dieser ist gemäß den gesetzlichen und von Interessenverbänden geforderten Rahmenbedingungen flexibel zu gestalten, um den spezifischen Bedürfnissen von behinderten Menschen besonders Rechnung zu tragen.

Der Weg zum 1. Programm gemäß Behindertengleichstellungsgesetz (BGG)

Bereits Ende 2003 wurde ein 1. Programmentwurf der Deutschen Bahn AG in den Deutschen Behindertenrat eingebracht und alle Verbände hatten die Möglichkeit, Stellung zu beziehen. Auf der Basis dieser Stellungnahmen fanden 2004 zwei Arbeitsgespräche mit einer vom Deutschen Behindertenrat benannten Verhandlungskommission (Vertreter unterschiedlicher Behindertenverbände) statt und der Programmentwurf wurde fortgeschrieben.

Das Anhörungsverfahren mit den anerkannten Behindertenverbänden fand am 20.12.2004 statt. Die Behindertenvertreter bedankten sich für die bisherigen konstruktiven Gespräche sowie den intensiven Gedankenaustausch mit der Deutschen Bahn AG, und erwähnten in diesem Zusammenhang auch, dass in diesem Prozess mehr erreicht wurde, als gesetzlich vorgeschrieben ist. Die Vertreter der anerkannten Behindertenverbände wurden nicht nur angehört, sondern es wurde partnerschaftlich verhandelt. Der gesamte Prozess sowie die stattgefundenen Abstimmungsgespräche wurden durch den Beauftragten der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, Herrn Karl Hermann Haack, intensiv begleitet.

Am 24. Juni 2005 wurde das Programm der Deutschen Bahn AG im Bundeskanzleramt in Berlin durch Bundeskanzler Gerhard Schröder und Hartmut Mehdorn, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn AG, vorgestellt.

Download 1. Programm der Deutschen Bahn AG (Stand: Juni 2005) (PDF, 4.27MB)5-Jahres-Bilanz zum 1. Programm der Deutschen Bahn AG (PDF, 902.26KB)

Der Weg zum 2. Programm gemäß Behindertengleichstellungsgesetz (BGG)

Am 27. April 2012 wurde das 2. Programm der der Deutschen Bahn AG von Herrn Dr. Rüdiger Grube im Beisein von Behindertenvertretern sowie Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, vorgestellt. Mit dem 2. Programm möchte der Konzern an das bisher gemeinsam Erreichte anknüpfen und weitere wichtige entscheidende Meilensteine in Richtung Barrierefreiheit setzen.

Auf Basis der Maßnahmen-Planungen, die unter anderem im 1. Programm der Deutschen Bahn AG als Selbstverpflichtung definiert sind, und der konstruktiven Zusammenarbeit, sowohl innerhalb der begleitenden Arbeitsgruppe zum Programm der Deutschen Bahn AG als auch innerhalb der einzelnen DB-Unternehmensbereiche, konnten in den vergangenen fünf Jahren entscheidende Schritte in Richtung einer "barrierefreien Bahn" gemeinsam mit allen Akteuren zurück gelegt werden.

Download 2. Programm der Deutschen Bahn AG (Gesamtausgabe) (PDF, 8.38MB)5-Jahres-Bilanz zum 2. Programm der Deutschen Bahn AG (PDF, 1.09MB)

Der Weg zum 3. Programm gemäß Behindertengleichstellungsgesetz (BGG)

Mit dem am 27. September 2016 von Dr. Rüdiger Grube, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn AG, in Berlin vorgestellten 3. Programm der Deutschen Bahn AG zur Barrierefreiheit möchte die Deutsche Bahn weitere wichtige Meilensteine in Richtung Barrierefreiheit setzen.

Die Präsentation des 3. Programms fand im Beisein von Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, Verena Bentele, Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, sowie den an der Erstellung des Programms beteiligten Behindertenvertretern im BahnTower in Berlin statt.

Das 3. Programm knüpft nahtlos an das 1. und 2. Programm an.

Download 3. Programm der Deutschen Bahn AG (Stand: September 2016) (PDF, 7.75MB)

Nationaler Umsetzungsplan der Bundesrepublik Deutschland zur TSI PRM

Das 3. Programm zur Barrierefreiheit der Deutschen Bahn AG ist in den ersten Nationalen Umsetzungsplan (NIP) zur Verordnung Nr. 1300/2014 der EU-Kommission vom 18. November 2014 über die technischen Spezifikationen für die Interoperabilität bezüglich der Zugänglichkeit des Eisenbahnsystems der Union für Menschen mit Behinderungen und Menschen mit eingeschränkter Mobilität (TSI PRM 2015) eingeflossen. Der erste NIP für Deutschland ist bei der EU-Kommission notifiziert und wird in diesem PDF auf ec.europa.eu veröffentlicht.

Video: Meilensteine des barrierefreien Reisens

15 Jahre begleitende Arbeitsgruppe zum Programm der DB AG

Seit 15 Jahren arbeiten die Geschäftsfelder aller Unternehmensbereiche der Deutschen Bahn (DB) mit den vom Deutschen Behindertenrat entsandten Vertretern in der Programmbegleitenden Arbeitsgruppe erfolgreich zusammen. Mit der Expertise dieser Arbeitsgruppe wurden viele Projekte zur Verbesserung der Barrierefreiheit bei der DB vorangebracht. Wir sind stolz auf den gemeinsam zurück gelegten Weg, den konstruktiven Dialog und die partnerschaftliche Zusammenarbeit.

So konnten wir im Rahmen der Zukunftsarbeit wichtige Meilensteine setzen, damit Menschen mit Behinderungen gleichberechtigt an unserem Leistungsangebot teilhaben können. Ein herausragendes Beispiel ist die Einführung des ICE 4 im vergangenen Jahr, der in Europa neue Standards beim barrierefreien Reisen setzt. Jüngstes Serviceangebot als Ergebnis der guten Zusammenarbeit ist die Entwicklung der neuen App "DB Barrierefrei".

Das sagen die Mitglieder der Arbeitsgruppe
In unseren Videos berichten Mitglieder der programmbegleitenden Arbeitsgruppe von Ihren Erfahrungen aus den vergangenen 15 Jahren.