Schienenersatzverkehr: Was ist das?

Wir erklären, wie der Ersatzverkehr mit Bussen funktioniert.

Unter Fahrgästen scheint sein Ruf eher schlecht, doch meist ist er unverzichtbar: Der Schienenersatzverkehr, kurz SEV genannt. Wenn Bauarbeiten auf der Bahnstrecke durchgeführt werden und Züge nicht mehr fahren können, muss eine Alternative gefunden werden. Dann werden Busse eingesetzt.

Schienenersatzverkehr: So erkenne ich ihn

Doch woher weiß ich, wann es einen Schienenersatzverkehr gibt? Schon frühzeitig wird an den Bahnhöfen über geplante Baumaßnahmen informiert. Dies geschieht über Flyer, Aushänge oder Anzeigentafeln. Online erhalten Sie auch auf bahn.de oder dem DB Navigator alle Infos.

© Deutsche Bahn AG

Vor Ort sehen Sie dann am Bahnsteig auf dem Fußboden aufgeklebte Fußabdrücke, die Ihnen den Weg zur eingerichteten SEV-Bushaltestelle zeigen. Folgen Sie ihnen! Wenn Sie den aufgedruckten QR-Code auf dem Fußabdruck scannen, erhalten Sie einen Link zum aktuellen Fahrplan des Schienenersatzverkehrs.

So sehen die aufgeklebten Fußabdrücke am Bahnhof aus, die Ihnen den Weg weisen. © BVR Busverkehr Rheinland GmbH/ J.Albath

An der Haltestelle erkennen Sie die Busse des Schienenersatzverkehrs an den himbeerfarbenen Schildern mit der Aufschrift “Ersatz/Replacement”.

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Bahntickets auch im SEV-Bus gültig

Im Bus selbst gelten natürlich nach wie vor Ihre Bahntickets, Sie können einfach einsteigen. Bitte beachten Sie: Nicht immer können die Busse direkt an den Bahnhöfen halten, aber es wird sich stets bemüht, eine möglichst nahe Haltestelle zu errichten. 

Mehr Zeit einplanen beim Schienenersatzverkehr

Piktogramm Schienenersatzverkehr
Der Hinweis zum Schienenersatzverkehr am Bahnsteig. © Deutsche Bahn AG / Volker Emersleben

Doch warum reagiert man oft genervt, wenn man in den Schienenersatzverkehr umsteigen muss? „Der Bus braucht meist einfach länger als der Zug”, erklärt DB-Mitarbeiter Jörg Albath, der seit 2015 in der Niederlassung Rheinland in Düsseldorf den Schienenersatzverkehr plant. Klare Sache:  Schienen führen auf direktem Weg von Bahnhof zu Bahnhof, Straßen nicht. Außerdem kann der Bus in einen Stau geraten. „Und natürlich kann es auch vorkommen, dass Fahrgäste mal keinen Sitzplatz ergattern”, so Albath weiter

Lange Planungen für reibungslosen Ablauf

Damit jedoch so viele Reisende wie möglich einen Sitzplatz im Bus des Schienenersatzverkehrs bekommen, werden im Vorfeld die Fahrgäste, die normalerweise mit dem Zug auf der betroffenen Strecke fahren, gezählt. „Anhand dieser Zahl entscheiden wir, wie viele Gelenkbusse wir einsetzen”, so Jörg Albath.  

Die Planung eines Schienenersatzverkehrs geschieht frühzeitig: Meist sechs bis acht Wochen vorher werden Jörg Albath und seine zwei Kolleg:innen der Niederlassung Rheinland informiert, wenn Baumaßnahmen durchgeführt werden. Bei kurzfristigen Baustellen zwei Wochen.  

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Die Grafik zeigt, wie der Schienenersatzverkehr in Nordrhein-Westfalen geplant wird. © DB Vertrieb GmbH / Katz&Tinte

Busnotverkehr bei Unfällen oder Unwetter

Im Leben lässt sich leider nicht alles planen – so auch beim Verkehr. Bei unerwarteten Störungen durch Unfälle, Unwetter oder Vandalismus tritt der Busnotverkehr in Kraft. Dabei werden bei privaten Busunternehmen Busse und Fahrer:innen kurzfristig angefragt und diese dann eingesetzt. Über die App DKE (Digitale Kundeninformation Ersatzverkehre) werden die Busnotverkehre aus Berlin zentral organisiert. Alle Fahrer:innen haben auf den Mobiltelefonen die App, in der die Fahrtennummer eingetragen wird. So weiß die Transportleitung in Berlin immer, wo die Busse sich befinden und welcher Bus einsatzbereit ist.  

Übrigens: Aus einem Busnotverkehr kann auch ein Schienenersatzverkehr werden. Beispielsweise in dem vom Hochwasser 2020 stark betroffenen Bad Münstereifel gibt es noch große Schäden an der Zugstrecke, deshalb wurde der Busnotverkehr in einen getakteten Schienenersatzverkehr umgewandelt. Dieser wird voraussichtlich bis 2023 angeboten.

 

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