Einfach gut vernetzt

Am 13. Dezember geht in Mitteldeutschland der zweite Teil des Mitteldeutschen S-Bahn-Netzes in Betrieb. Es verbindet Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg. Reisende können sich auf eine direkte S-Bahn-Anbindung bis Dessau und verbesserte Serviceangebote freuen.

Am 13. Dezember 2015 rückt Mitteldeutschland noch etwas näher zusammen. Dann geht der zweite Teil des mitteldeutschen Bahnnetzes in Betrieb. Mit insgesamt acht Linien verbindet das Netz die sachsen-anhaltische Landeshauptstadt Magdeburg sowie die Städte Dessau-Roßlau, Bitterfeld-Wolfen, Lutherstadt Wittenberg und den Nahverkehrsraum Leipzig/Halle. Es knüpft damit an die S-Bahn Mitteldeutschland und den City-Tunnel Leipzig an. Das Streckennetz reicht darüber hinaus in die brandenburgischen Städte Falkenberg (Elster) und Jüterbog. "DB Regio wird das Netz bis Dezember 2030 betreiben. Unsere Nahverkehrszüge werden dabei jährlich 5,6 Millionen Zugkilometer in diesem Netz fahren", erklärt Frank Bretzger, Leiter des Produktmanagements Mitteldeutschland bei DB Regio Südost.

S2 wächst bis Dessau

Fahrgäste aus Dessau-Roßlau können sich mit der Inbetriebnahme auf eine direkte S-Bahn-Anbindung nach Leipzig freuen. Die Linie S 2 der S-Bahn Mitteldeutschland, die zuvor in Bitterfeld endete, reicht dann bis Dessau Hbf. Zwischen Markkleeberg-Gaschwitz (im Jahr 2016 wegen Bauarbeiten überwiegend Leipzig-Connewitz) und Delitzsch werden die S 2-Züge künftig halbstündlich statt bisher stündlich durch den City-Tunnel fahren, jede zweite S 2 fährt weiter bis Dessau.

Mehr Service

Zu den besonderen Serviceleistungen im neuen Netz zählt, dass Kunden ihr Ticket im Zug erwerben können, zunächst beim Kundenbetreuer, später auch am Automaten in den Fahrzeugen. In allen Zügen wird immer ein Kundenbetreuer an Bord sein. Spezielle Kundengarantien - zur Sauberkeit im Fahrzeug, zu aktuellen Kundeninformationen und der schnellen Bearbeitung von Kundenanliegen - sorgen dafür, dass Bahnfahrer einen Anspruch auf Entschädigung haben, falls diese Leistungen nicht optimal erbracht werden. Die Kundengarantien gelten mit Betriebsstart auch für die Linie S2 der S-Bahn Mitteldeutschland.

Moderne Züge

Im neuen Netz verkehren von Beginn an zumeist moderne, klimatisierte Züge, die einen Tiefeinstieg haben. Ab Sommer 2016 kommen dann neue silbergraue Triebwagen vom Typ Talent 2 zum Einsatz. Diese sind barrierefrei, haben bequeme Sitze, 4er-Sitzgruppen mit Tischen und verfügen über Steckdosen sowie Bildschirme zur aktuellen Fahrgastinformation.

Zwei bekannte Marken im neuen Netz

Das mitteldeutsche Bahnnetz wurde von den Aufgabenträgern als eigenständiges Netz ausgeschrieben. "Allerdings ist DB Regio in der Region bereits mit zwei starken Marken präsent: im Raum Magdeburg mit der Elbe-Saale-Bahn und im Raum Leipzig/Halle mit der S-Bahn Mitteldeutschland. Die Strecken des neuen Netzes liegen zwischen diesen beiden Verkehrsräumen und schließen unmittelbar an sie an. Deshalb haben wir uns dazu entschieden, die zusätzlichen Linien auf die beiden Marken aufzuteilen, statt noch eine weitere Produktbezeichnungen einzuführen", erklärt Frank Bretzger.

Konkret bedeutet das, dass Züge, die auf den Strecken RE 13, RE 14, RB 42 oder RB 51 fahren, zukünftig unter dem Namen Elbe-Saale-Bahn unterwegs sind. Die Verbindungen, die von Dessau Hbf. durch den City-Tunnel bis nach Leipzig-Connewitz oder Markkleeberg-Gaschwitz reichen, zählen hingegen als S 2 zur S-Bahn Mitteldeutschland. 2018 werden noch zwei weitere Strecken des neuen Netzes in S-Bahn-Strecken umgewandelt: Die Verbindung Halle-Bitterfeld-Lutherstadt Wittenberg verkehrt dann als S 8, die Verbindung Halle–Delitzsch–Eilenburg als S 9. Hintergrund für die spätere Einführung der zwei S-Bahn-Linien sind große Baumaßnahmen im Hauptbahnhof Halle. Diese verhindern zurzeit noch die S-Bahn-typischen kurzen Takte und endgültig geplanten Streckenführungen. "Sobald ein regulärer Betrieb möglich ist, werden beide Linien unter der Bezeichnung S-Bahn Mitteldeutschland verkehren", sagt Frank Bretzger.