Die Weichen sind gestellt

Über Aktuelles auf der Marschbahnstrecke berichtet Christoph Ströh, Verkehrsvertragsmanager Netz West bei DB Regio Schleswig-Holstein, immer am letzten Samstag des Monats.

Wer auf das Jahr 2019 zurückblickt, dem fällt in punkto Marschbahn vermutlich sofort ein Stichwort ein: Bauarbeiten. Ob neue Gleise und Schwellen zwischen Bredstedt und Stedesand, sanierte Brücken in Breklum oder Bahnsteigverlängerungen in Morsum und Klanxbüll – an vielen Stellen blieb auf der Marschbahn kein Stein auf dem anderen. Um Reisenden einen Eindruck davon zu geben, haben wir dazu erstmals einen Baufilm erstellt – zu finden unter www.bahn.de/netz-west.

Den Weg hin zu einem modernisierten Schienennetz haben vor allem die Vereinbarungen der Investitionsoffensive geebnet. Um die Infrastruktur zu verbessern, investiert die Deutsche Bahn bis 2022 160 Millionen Euro in die Marschbahnstrecke. Insgesamt haben wir in diesem Jahr viel geschafft und die Bauarbeiten sind planmäßig verlaufen, zumindest die geplanten. Der unvorhergesehene Brückenschaden in Langenhorn durch einen Lkw im Sommer hat uns leider doch einige Wochen aus dem Takt gebracht.

Ob bei geplanten und ungeplanten Fahrplanänderungen: Bei der Kommunikation hat uns in diesem Jahr besonders unser neuer Twitter-Kanal geholfen. Im Störungsfall konnten wir alle Reisenden kurzfristig 24/7 informieren, weil unser Social-Media-Team direkt in der Leitstelle sitzt, wo alle Fäden zusammenlaufen. Die Reisenden haben den Vorteil, dass sie die Verkehrsmeldungen über Twitter im Browser auch ohne Anmeldung oder Download einsehen können.

Nicht nur die Strecke haben wir in diesem Jahr fitter für die Zukunft gemacht, auch die Loks und die Wagenparks. Unsere Kollegen in der Instandhaltung haben zum Beispiel einige Komponenten ausgetauscht, wie die Turbolader der Loks oder elektrisch-mechanische Türkomponenten bei den Wagenparks. Außerdem haben die Klimaanlagen der Wagenparks eine zusätzliche Revision erhalten. Dieses Arbeitspensum war nur mit einer 24/7-Instandhaltung zu schaffen, die neben der Erneuerung der störfanfälligen Komponenten als Teil des Sofortprogramms beschlossen wurde. Durch den unermüdlichen Einsatz der Kollegen konnten wir die schad- und personalbedingten Zugausfälle im Vergleich zum Vorjahr um jeweils rund 60 Prozent reduzieren. Außerdem waren die Züge 2019 um ca. 11 Prozent pünktlicher als 2018. Das lag auch daran, dass wir mehr Mitarbeiter einstellen und die Personalengpässe verringern konnten.

Insgesamt haben wir 2019 viel erreicht und die Weichen für eine stabile Marschbahn gestellt. Vielen Dank an die Kollegen für die harte Arbeit und an alle Reisenden für ihr Verständnis. Zum Jahresende wünschen wir einen guten Rutsch ins neue Jahr. Auf dass es 2020 auf der Marschbahn noch besser läuft.

Bei kurzfristigen Änderungen im Störungsfall erhalten Reisende alle notwendigen Informationen über unseren Twitter-Kanal @DBRegio_SH. Über die aktuellen Fahrpläne können Sie sich auf bahn.de/reiseauskunft sowie bahn.de/netz-west informieren.

Zum Autor

Christoph Ströh ist seit zwei Jahren bei der DB Regio AG. Als Verkehrsvertragsmanager Netz West kennt der gebürtige Schleswig-Holsteiner die Marschbahn und ihre Besonderheiten. Täglich arbeitet er daran, die Situation an der Westküste zu verbessern.