Klimaanlagen kommen auch ins Schwitzen

Über Aktuelles auf der Marschbahnstrecke berichtet Christoph Ströh, Verkehrsvertragsmanager Netz West bei DB Regio Schleswig-Holstein.

Abkühlung - das wünschen sich Fahrgäste und Personal an heißen Sommertagen. Auch auf der Marschbahn. Doch extreme Hitze ist Schwerstarbeit für Klimaanlagen: Wenn eine Klimaanlage die Luft kühlen soll, muss sie an anderer Stelle warme Luft abgeben können. Je heißer es draußen ist, desto schwerer ist es für die Anlagen, den Sollwert in den Zügen zu erreichen. Der Sollwert der Innenraumtemperatur variiert zwischen 22 Grad (bei niedrigen Außentemperaturen) und 29 Grad (bei hohen Außentemperaturen). Die Kundenbetreuer im Zug können das System darüber hinaus manuell maximal um +/- 2° Celsius um den Sollwert regulieren.

Zusätzlich benötigen die Klimaanlagen in den Marschbahn-Wagen an Hitzetagen einfach länger, um im Zug für kühle Luft zu sorgen. Sechs Fühler je Wagen melden die aktuelle Temperatur an die Klimaregelung und bringen die Anlage - wenn nötig - auf Hochtouren. Steigt die Temperatur aufgrund geöffneter Türen beim Ein- und Ausstieg und vieler Fahrgäste, erhält das Gerät das Kommando weiter herunterzukühlen. Das strapaziert natürlich das System.

Durch längere Laufzeiten und hohe Anforderungen beim stetigen Versuch der Klimaanlage immer weiter herunterzukühlen, kann sich die Anlage als Überlastschutz selbst abschalten. Das Zugpersonal kann dann üblicherweise nach einer Regenerationszeit von 30 Minuten die Anlage neu starten. Klappt das nicht, hilft nur noch das Öffnen der Fenster in dieser Zeit. Da die Sommer immer heißer werden, kann dieser Fall - den wir uns alle nicht wünschen - auftreten. Die Kundenbetreuer versuchen die Temperaturen stets so angenehm wie möglich während der Fahrt zu machen, die Technik setzt jedoch auch ihnen Grenzen. Denn sind es draußen 35 Grad, wird es drinnen nie kühler als 24 Grad, obwohl die Anlagen auf Hochtouren laufen. Wir möchten Sie daher um Verständnis und Geduld bitten, wenn Sie und wir an heißen Tagen ins Schwitzen kommen und es länger dauert, bis Abkühlung eintritt.

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Zum Autor

Christoph Ströh ist seit zwei Jahren bei der DB Regio AG. Als Verkehrsvertragsmanager Netz West kennt der gebürtige Schleswig-Holsteiner die Marschbahn und ihre Besonderheiten. Täglich arbeitet er daran, die Situation an der Westküste zu verbessern.