Berge, Burg und Rodelbahn

Auf dem Sieben-Berge-Rundweg durch Burg Stargard

Stadt Burg Stargard/Hans Blossey ©
Stadt Burg Stargard/Hans Blossey ©

Von wegen Mecklenburg-Vorpommern ist plattes Land! Rund um die Burg Stargard verläuft sogar ein Sieben-Berge-Weg. Auf sechs Kilometern führt Sie der Rundweg über die Berge - oder sagen wir mal so: über sanft ansteigende Erhebungen. Selbst die Kids lassen sich leicht zum Wandern überreden, denn auf dem Burgberg locken Abenteuerspielplatz und Burgmuseum, beim Abstecher auf den Hunnenberg gibt’s obendrein rasanten Sommerrodelspaß.

Los geht’s auf den Windmühlenberg. Der Name erinnert an Zeiten, als sich hier noch Mühlenflügel drehten. Vom Plateau haben Sie einen schönen Blick auf die Stadt, bevor Sie der Wanderweg auf den Burgberg bringt. Hier erhebt sich in 90 Metern Höhe Deutschlands nördlichste erhaltene Höhenburg. Vom Burgturm heißt es: guck ins Land - bis zu 30 Kilometer weit. Lauschig wird’s im Kräutergarten mit Café. Auf dem Klüschenberg finden Sie eine Gaststätte und einen Naturlehrpfad. Das mecklenburgische "Klüsche" bedeutet "Klause", also eine Einsiedelei.

Sommerrodelbahn Burg Stargard ©
Sommerrodelbahn Burg Stargard ©

Wie wäre es jetzt mit einem Abstecher zur Sommerrodelbahn? Hoch bringt Sie der Lift, und schon sausen Sie die 720 Meter lange Strecke mit acht Steilkurven hinunter. Danach wird’s ein bisschen gruselig, denn nun erklimmen Sie den Galgenberg. Hier stand einst ein fast acht Meter hoher Galgen - aber nur zur Abschreckung von Kuhdieben und anderen Bösewichtern. Über den Töpferberg, aus dem früher Ton gewonnen wurde, und den Scheunsberg kommen Sie zum Denkmalsberg mit Resten der alten Stadtbefestigung von 1261. Und schon haben Sie die sieben, mit Abstecher sogar acht Berge geschafft!

Nach Burg Stargard gelangen Sie mit der Regional-Express-Linie RE5. Vom Bahnhof führen die Strelitzer Straße und der Hermann-Löns-Weg zum Windmühlenberg. Von hier aus ist der Rundwanderweg mit dem Zeichen der sieben Berge gut ausgeschildert. Einen Flyer mit Tourenbeschreibung erhalten Sie in der Tourist-Information auf der Burg Stargard. Oder Sie nutzen die App "DB Ausflug". Hier finden Sie die Tour "Sieben Berge und eine Burg".

Tourist-Information

Stadt Burg
Stargard Burg 4
17094 Burg Stargard

Gaststätte auf dem Klüschenberg:

Aktuelle Informationen zu Reisen mit der Bahn:

Weitere Freizeittipps

Der Caspar-David-Friedrich-Bildweg in Greifswald

Im Heimathafen der Romantik

Keine romantische Seele kommt an ihm vorbei: Die stimmungsvollen Gemälde Caspar David Friedrichs (1774–1840) eroberten die Welt. Diesem herausragenden Vertreter der Romantik kommen Sie in seinem Geburtsort Greifswald ganz nah. Der Caspar-David-Friedrich-Bildweg führt Sie zu 15 Stationen in der Altstadt von Greifswald sowie in den Ortsteilen Wieck und Eldena an der Mündung des Flusses Ryck.

Sie starten am Geburtshaus des Malers. In der ehemaligen Seifensiederei und Kerzengießerei der Familie Friedrich entführt Sie das Caspar-David-Friedrich-Zentrum in die Vergangenheit. Vorbei an der Universität, an der der junge Caspar David die Grundlagen des Zeichnens erlernte, kommen Sie zum Museumshafen - mit über 50 Traditionsschiffen - der größte seiner Art in Deutschland. "Wie die Masten der Segelschiffe in den weiten Himmel ragen, das muss ihn damals genauso bewegt haben, wie es uns heute noch berührt. Sein Leben lang zog es Caspar David Friedrich immer wieder nach Greifswald zurück. Wir sind eben der "Heimathafen der Romantik"", erklärt Theres Behnke von der Greifswald Marketing GmbH.

Caspar David Friedrich Zentrum © Im Ortsteil Eldena lassen Sie sich von der Atmosphäre der Klosterruine einfangen. Der Greifswalder Maler ließ sie weltweit zu einem Wahrzeichen der Romantik werden. Am Ufer des Ryck können Sie auf das Fahrgastschiff MS Stubnitz umsteigen, um den 18 Kilometer langen Rundweg abzukürzen. Zurück in der Altstadt begutachten Sie die Originalgemälde im Pommerschen Landesmuseum mit ganz frischem Blick auf Leben und Wirken von „CFD“.

Am Bahnhof Greifswald halten der Regional-Express RE3 und die Regionalbahn RB23. Vom Bahnhof aus sind es gut zehn Minuten zu Fuß zum Caspar-David-Friedrich-Zentrum und dem Pommerschen Landesmuseum, wo der Bildweg beginnt beziehungsweise endet.

Tipp: Montag bis Samstag, 14 Uhr, startet an der Greifswald-Information am Markt der Altstadtrundgang, der auch zu einigen Stationen des Bildwegs führt.

Greifswald Marketing GmbH

03834 8835088 www.greifswald.info

Tierische Erlebnisse im Wildpark Güstrow

Wilde Katzen und neugierige Wölfe

Über Kletterpfade durch die Baumwipfel, hinein in die Wolfshöhle und hinauf zum Baumhaus Bärenblick: Da sind sie, die neugierigen Wölfe, die gern mal bei den Bärenbrüdern Fred und Frode vorbeischauen. In der "Raubtier-WG" schleichen auch die Wildkatzen durchs Dickicht. Hier heißt es genau hinschauen, denn vielleicht zeigt sich Wildkatze Kathi mit ihren im Mai geborenen Babys.

Der 200 Hektar große Wild- und Landschaftspark in Güstrow lädt Familien zu unvergesslichen Begegnungen ein. Die Wölfe und Luchse, Wildkatzen und Braunbären leben in großzügigen Gehegen, beinahe wie in freier Wildbahn. Höhlengänge und Kletterpfade sowie begehbare Gehege wie der Eulenwald machen es möglich, den Tieren auf kurze Entfernung in die Augen zu schauen. Spektakulär ist auch der Aquatunnel: Hinter einer 30 Meter langen Aquarienwand schweben Rotfedern, Barsche und gewaltige Karpfen. Mit Streichelzoo, Spielplätzen und der Erlebnis-Büdnerei, einem Schaubauernhof samt Hof-Café, bietet der Wildpark-MV darüber hinaus alles, was das Kinderherz begehrt.

Aktuell sind alle Wanderwege, Gehege und Tierhäuser wieder geöffnet, die gastronomischen Einrichtungen bieten ein vereinfachtes Speisenangebot. Einzig die kommentierten Fütterungen müssen zur Sicherheit der Besucher bis auf Weiteres entfallen.

Den Wildpark MV erreichen Sie auf zwei Wegen: Sie nehmen den Regional-Express RE4 oder RE5 bis Bahnhof Güstrow, steigen dort am ZOB in den Bus der Linie 250 und fahren noch 12 Minuten bis zur Haltestelle Güstrow, Wildpark. Oder, etwas abenteuerlicher: Sie steigen aus dem RE4 am kleinen Bahnhof Priemerburg aus und folgen dem ausgeschilderten Trampelpfad circa 25 Minuten durch den Wald bis zum Wildpark.

Wildpark MV
Primerburg
18273 Güstrow
Tel. 03843 2468-0

Um Wartezeiten an der Kasse zu vermeiden, können Sie Eintrittskarten vorab online buchen.

wildpark-mv.de

In Graal-Müritz traf der Schriftsteller Franz Kafka seine große Liebe

"Kafka war immer heiter... er war der geborene Spielkamerad, der immer zu irgendwelchen Späßen aufgelegt ist", befand die junge Dora Diamant. Die 25-Jährige verliebte sich im Sommer 1923 in dessen "braune, scheue Augen" - und der Funke sprang sofort über. Im Ostseebad Müritz, dem heutigen Graal-Müritz, fand Franz Kafka (1883 – 1924) seine letzte große Liebe.

Der Meister der düsteren Erzählungen erholte sich an der Ostsee von einer Lungenentzündung. Las im Strandkorb und schaute seinen Neffen beim Spielen zu.

Eines Abends folgte er der Einladung ins Ferienheim für jüdische Kinder aus Berlin, schräg gegenüber seiner Pension. Und da war sie: Dora Diamant, die als freiwillige Helferin in der Küche arbeitete. Von nun an waren die beiden fast unzertrennlich. Er, der sich stets am Leben quälte, wähnte sich während dieses Sommers in Graal-Müritz "vor der Schwelle des Glücks." Im September 1923 zog das Paar nach Berlin. Bis zu Kafkas Tod im Juni 1924 war Dora Diamant einer der wichtigsten Menschen in seinem Leben.

Wenn Sie auf den Spuren Kafkas das Ostseeheilbad Graal-Müritz besuchen, schauen Sie im Heimatmuseum vorbei. Dort sind noch die Holzstufen der Treppe zu Doras Arbeitsstelle zu sehen, die Kafka hinaufstieg, ohne zu ahnen, dass er seine letzte große Liebe treffen würde. Hier erfahren Sie auch, wer noch alles in Graal-Müritz weilte: Erich Kästner, Kurt Tucholsky, Hans Fallada, Robert Musil und Walter Kempowski sind nur einige der illustren Namen.

Die Regionalbahn-Linie RB12 bringt Sie von Rostock Hauptbahnhof nach Graal-Müritz. Das Heimatmuseum liegt rund 15 Gehminuten vom Bahnhof entfernt. Direkt nebenan blühen im Rhododendronpark jedes Jahr im Mai und Juni über 2.000 Stauden. Den gab es zu Kafkas Zeit allerdings noch nicht.

Heimatmuseum und Galerie Graal-Müritz
Parkstraße 21
18181 Graal-Müritz

Dienstag, Donnerstag
9 bis 12 Uhr und 15 bis 18 Uhr
Mittwoch 9 bis 13 Uhr
Freitag 15 bis 19 Uhr
Samstag sowie jeden 2. Sonntag im Monat
15 bis 18 Uhr

Eintritt frei, Spenden erbeten
Tel. 038206 74556


Tourismus- und Kur GmbH
Rostocker Straße 3
18181 Graal-Müritz
Tel. 038206 7030

www.graal-mueritz.de

Ein Ausflug zum Schloss und Park Hohenzieritz

Luise, die Königin der Herzen

Sie kennen Hohenzieritz noch nicht? Hier, zwischen Neubrandenburg und Neustrelitz, steht die ehemalige Sommerresidenz der Herzöge von Mecklenburg-Strelitz. Der dazugehörige englische Landschaftspark ist einer der schönsten in Mecklenburg-Vorpommern. An diesem idyllischen Ort verstarb Luise, die beliebte Königin von Preußen (1776 - 1810), mit gerademal 34 Jahren.

Luise wuchs eher ungezwungen am Hof der Großmutter in Darmstadt auf und neigte mehr zu lustigen Streichen als zum ernsthaften Lernen. Quirlig und unbändig wie sie war, nannten ihre Geschwister sie liebevoll "Jungfer Husch". Ihr heiteres Wesen und ihr Liebreiz verzauberten auch Kronprinz Friedrich Wilhelm, der sie 1793 heiratete.

Nach Hohenzieritz kam Luise drei Mal, erstmals 1796. Sie freute sich riesig auf die Treffen mit ihrem Vater im Grünen. Tun Sie es Luise gleich: Spazieren Sie vorbei an der niedrigen Parkmauer aus behauenen Feldsteinen und über schmale Wege hinein in den Wald mit uralten Bäumen. Nehmen Sie Platz in der Rosenlaube und genießen Sie die Stille und den Duft der Blüten.

Besuchen Sie auch den Luisentempel mit der Büste der Königin, den ihr Vater zum Andenken errichten ließ. In einer Säule des Tempels waren einst Erinnerungsstücke versteckt, wie Metalltäfelchen mit Trauerhymnen von Luises Geschwistern. Sie werden jetzt erstmals in der kleinen Gedenkstätte im Schloss gezeigt. Im einstigen Schreibzimmer des Vaters, dem kühlsten Raum des Hauses, sollte sich Luise im heißen Juli 1810 von einer Lungenentzündung erholen. Doch sie verstarb am 19. Juli und blieb als "Königin der Herzen" im Gedächtnis.

Zum Schloss und Park Hohenzieritz gelangen Sie von Neubrandenburg mit dem Fahrrad auf dem gut ausgeschilderten, 35 Kilometer langen Tollensesee-Rundweg. Hohenzieritz liegt auf halber Strecke am Ende eines rund 5 Kilometer langen Abstechers.

Die Regional-Express-Linie RE5 bringt Sie zum Bahnhof Neubrandenburg. Von hier sind es nur rund 10 Gehminuten zum Fahrradhaus Leffin, wo Sie Räder leihen können. Reisen Sie mit dem eigenen Fahrrad an, beachten Sie bitte die Regelungen zur Fahrradmitnahme im Nahverkehr.

Schloss Hohenzieritz
Luisen-Gedenkstätte
Juni bis September Di - So 10 - 17 Uhr
Oktober Sa/So 10 - 16 Uhr

Fahrradverleih:
Fahrradhaus Leffin
Friedrich-Engels-Ring 22
17033 Neubrandenburg
Tel. 0395 581660
www.fahrradhaus-leffin.de


www.mv-schloesser.de

Strand-Feeling in XXL oder Mini

Der gute alte Strandkorb wird neu erfunden

Ob mit blauen Markisen oder roten, ob aus PVC oder Rattan, über 7.000 stehen am Strand der Sonneninsel Usedom. Die Rede ist vom guten alten Strandkorb. Immer mehr Deutsche holen sich das Sonne-Sand-Strand-Feeling nach Hause und bestellen einen Strandkorb für den heimischen Garten, die Terrasse oder gar den Balkon, berichtet Geschäftsführer Jan Müller von der Strandkorbfabrik Heringsdorf. Kamen Interessierte im letzten Jahr erst noch zum Probesitzen in die Manufaktur, geht das jetzt ruck-zuck per Internet. Der Strandkorb ist bei Privat gefragt wie nie.

Und wer hat ihn erfunden? Ein Rostocker! Das war anno 1882. Damals erholte sich Elfriede von Maltzahn in Warnemünde. Die Adlige litt stark an Rheuma, wollte aber so gern am Meer sitzen und das gesunde Reizklima genießen. Sie bat den kaiserlichen Hofkorbmacher Wilhelm Bartelmann um eine Sitzgelegenheit für den Strand, die vor Wind und zu starker Sonne schützte. So flocht Bartelmann aus Weiden und Rohr den ersten Strandstuhl - damals noch ein Einsitzer, der sich nicht nach hinten klappen ließ, diese Mechanik wurde erst 1897 entwickelt. Das neue Sitzmöbel machte schnell Furore. Nur ein Jahr später kam Bartelmanns Frau auf die Idee, nahe am Leuchtturm in Warnemünde Strandkörbe zu vermieten. Das Geschäft lief prächtig und gemeinsam mit ihren Kindern bot sie an weiteren sechs Standorten wie Kühlungsborn, Graal und Müritz Strandkörbe zum Mieten an.

Heute gibt es die Körbe in allen Größen und Varianten: XXL oder Miniformate für die Kids, den Teddy oder gar den Hund, auf Wunsch mit Leselampe, Sitzheizung, Soundsystem oder Massagefunktion, mit Nacken- und Fußkissen oder zusätzlichem Tischchen. Der größte Strandkorb der Welt steht übrigens an der Heringsdorfer Strandpromenade. Er ist 6,40 Meter breit und 4,15 Meter hoch.
Und welches war das ausgefallenste Möbel für die Heringsdorfer Manufaktur? Da muss Jan Müller nicht lange überlegen: ein Strandkorb mit eingebautem Kühlschrank zwischen den Fußstützen. Der heiße Sommer 2020 kann kommen!

Die RB23 bringt Sie von Züssow bequem auf die Insel Usedom und zum Bahnhof Seebad Heringsdorf. Von dort laufen Sie jeweils keine 10 Minuten auf der Bülowstraße zum Ausstellungsraum der Strandkorbfabrik oder auf der Liehrstraße direkt zum Strand.

Strandkorbfabrik Heringsdorf GmbH
Verkauf und Ausstellung
Brunnenstr. 10
17424 Ostseebad Heringsdorf
Montag bis Freitag 10 bis 16 Uhr

www.strandkorbfabrik-heringsdorf.de

Klimawunder Rostocker Heide

Wo sich Wald und Meer treffen, ist die Luft dreifach gesund
Spätestens, seitdem das Buch "Das geheime Leben der Bäume" des Försters Peter Wohlleben zum Bestseller wurde und der Begriff "Waldbaden" die Runde macht, ist unser gute alte Wald wieder angesagt. Der Aufenthalt im Wald tut einfach Körper, Geist und Seele gut.

Trifft der Wald obendrein noch auf gesunde Meeresluft, wird er zum wahren Klimawunder. So, wie die Rostocker Heide. Wussten Sie zum Beispiel, dass diese 6.000 Hektar große Fläche Deutschlands größter zusammenhängender Küstenwald ist? Und obendrein dreifach gesund? Der Wald erstreckt sich entlang der Ostseeküste zwischen Warnemünde im Westen und Graal-Müritz im Osten. Hier schaffen Meer, Wind und Wald gleich drei Klimazonen auf engem Raum: die kühlere Seeseite, den windgeschützten Küstenwald und den wärmeren Bereich landeinwärts. Diese unterschiedlichen Temperaturen wirbeln die Luft durch, die Bäume filtern die Luft und das Meer liefert dazu noch gesunde Spurenelemente. Die beste Therapie für so ziemlich alles. Mehr als 60 Kilometer markierte Wege zum Wandern oder Radfahren führen durch das Klimawunder Rostocker Heide.

Ein guter Startpunkt für eine Tour ist zum Beispiel Rövershagen. Eine Viertelstunde vom Bahnhof entfernt beginnt am Forst- und Köhlerhof Wiethagen der Entdeckerpfad Biologische Vielfalt. Auf dem 2,8 Kilometer langen Rundweg erfahren große und kleine Entdecker an zehn Stationen einiges über die Wunder der Natur.

Oder Sie wandern die rund fünf Kilometer bis zum Ostseestrand bei Markgrafenheide, erleben unterwegs fünf weitere Stationen und genießen den Blick auf das Wasser und die salzige Meeresluft. Hier laufen oder radeln Sie fast allein, denn die Rostocker Heide ist noch ein echter Geheimtipp!

Mehr Infos über die Rostocker Heide finden Sie hier:

www.auf-nach-mv.de/kuestenwald schatzküste-geb.com/schatzkueste

Abtauchen mit OstseeLIFE

Virtuell die Tiefen der Ostsee erkunden

Tiefschwarz, dunkles Blau, geheimnisvolles Grün, das sind die vorherrschenden Farben auf einem Tauchgang in der Ostsee. Den kann jetzt jeder von zu Hause unternehmen: mit dem Virtuelle-Realität-Projekt OstseeLIFE. Der Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU) ermöglicht damit einen eindrucksvollen "Tauchgang", auf dem sich vielfältige Lebensräume unter Wasser erkunden lassen.
Der Betrachter nähert sich Seenadel und Wellhornschnecke, Seenelke und Seehund, und sogar ein Schweinswal schwimmt vorüber, die einzige heimische Walart Deutschlands. Dazu sind kurze Texte zu hören, die von den Meeresbewohnern und ihrem Lebensraum erzählen. Die Stimmen sind bekannt: Schauspieler Axel Prahl alias Kommissar Frank Thiel aus dem ARD-Tatort Münster ist ebenso dabei wie Schauspielerin Ulrike Knospe.

Täuschend echt wird die virtuelle Unterwasserreise mit einer VR-Brille. Doch auch am Smartphone, am Tablet oder dem heimischen PC lässt sich die 360-Grad-Realität erkunden. Der Aufwand war enorm: Zwei Wochen, 25 Tauchgänge und 16 GoPro-Kameras am Stativ brauchten die Filmemacher, um Lebensräume wie die Seegraswiese, das Millionen Jahre alte Kreideriff vor Rügen oder alte Schiffswracks in Szene zu setzen. Erklärtes Ziel des Projekts OstseeLIFE ist es, dafür zu sensibilisieren, wie vielfältig, aber auch gefährdet die faszinierende Meereswelt vor unserer Haustür ist.

Hier geht’s zum virtuellen Tauchgang in der Ostsee:

www.nabu.de/ostsee-life

"Wir werden wieder spielen"

Schlossfestspiele Schwerin: Interview mit dem Dramaturgen

Beethovens einzige Oper, Fidelio, wollten die Schlossfestspiele Schwerin in diesem Jahr auf die Bühne bringen – als unvergessliches Open-Air-Erlebnis vor dem goldglänzenden Residenzschloss. Das muss nun ausfallen, da keine Proben stattfinden können. Peter Larsen, Chefdramaturg am Mecklenburgischen Staatstheater in Schwerin, erklärt, wie es nun weitergeht.

Herr Larsen, was hat Sie an Beethovens einziger Oper, Fidelio, gereizt?
Fidelio stellt auf eindringliche Weise die Frage nach der Freiheit und den Menschenrechten. Wir im Regieteam hatten uns zum Beethoven-Jahr 2020 damit auseinandergesetzt, wie es in Deutschland darum steht, wie leicht ein Begriff wie Freiheit instrumentalisiert werden oder gar zum Konsumprodukt verkommen kann. Das wäre vielleicht kontrovers diskutiert worden, ganz im Sinne Beethovens. Nun beschränkt ein Virus unseren Alltag, und ein Satz aus der Oper klingt prophetisch: „O welche Lust, in freier Luft, den Atem leicht zu heben!“

Was genau beinhaltet Ihre Rolle als Dramaturg?
Der Dramaturg ist gefragt, wenn es im Theater um Inhalte geht, also fast immer! Bei der Erstellung des Spielplans, beim Entwickeln von Inszenierungskonzepten mit den Regieteams, bei Text- und Notenbeschaffung, bei der Begleitung der Probenarbeit, bei der Redaktion des Programmhefts... Ich bin also gleichzeitig Berater und Vermittler zum Publikum hin.

Wie geht es jetzt weiter in Schwerin?
Soviel ist sicher: Wir werden wieder spielen. Das Theaterleben geht weiter. Wir haben so großartige Stücke und wunderbare Sängerinnen, Schauspieler, Tänzer und Musikerinnen. Nach den Entbehrungen wird es für das Publikum und uns bestimmt doppelt so schön. Auf die Zeit, in der wir uns alle wieder treffen können, freue ich mich jetzt ganz besonders.

Das Mecklenburgische Staatstheater Schwerin hofft, im Sommer wieder spielen zu können. Bis dahin finden Theaterinteressierte im digitalen Raum unter #MSTdigital ein vielfältiges Angebot zum Zuschauen und Mitmachen von zu Hause.

mecklenburgisches-staatstheater.de

Platt mit Fritz Reuter

Virtuell unterwegs im Fritz-Reuter-Literaturmuseum Stavenhagen

Können Sie Plattdeusch? Verstehen Sie zum Beispiel „Narens geih`t doch narscher tau, as in de Welt!“ Oder „Lat di nich verblüffen, is’t elwte Gebot“?

Diese Sprüche schrieb Fritz Reuter (1810-1874). Der bedeutendste Dichter und Schriftsteller der niederdeutschen Sprache wurde in Stavenhagen geboren. Der mecklenburgische Ort ehrt seinen großen Sohn mit dem Zusatz „Reuterstadt“. Seinen Büchern begegnen wir heute nur noch selten und die wenigsten können Plattdeutsch. Doch im 19. Jahrhundert war Reuter der meistgelesene Autor in Deutschland – hoch gewürdigt, bestens bezahlt. Dabei liest sich seine Lebensgeschichte fast wie ein Krimi: Um ein Haar wäre er unterm Henkerbeil gelandet. Weil er als Jura-Student in einer Burschenschaft in Jena mit Kommilitonen über demokratische Reformen diskutierte, wurde er 1833 verhaftet und wegen Hochverrats zu Tode verurteilt. Preußische Richter verwandelten das Urteil in eine Festungshaft, einflussreiche Freunde erwirken schließlich die Begnadigung. Endlich in Freiheit, versuchte sich Fritz Reuter erst als Lehrer für Turnen und Zeichnen, dann begann er zu schreiben. Schlagartig bekannt machten ihn 1853 die plattdeutschen „Läuschen und Riemels“, also Geschichten und Reime.

Mehr über den großen Dichter erfahren Sie im Fritz-Reuter-Literaturmuseum, das im einstigen Rathaus von Stavenhagen - Reuters Geburtshaus, denn der Vater war Bürgermeister - sein Domizil hat. Wie alle Museen ist es derzeit geschlossen und dennoch können Sie es besuchen, nämlich online! 20 Bilder mit knappen, kurzweiligen Texten erzählen viel Interessantes über den plattdeutschen Humoristen.

Klicken Sie einfach hier

Und für alle, die Plattdeutsch nicht so gut verstehen, hier Reuters Sprüche in hochdeutsch: „Nirgends geht es doch närrischer zu als in der Welt!“ und „Lass dich nicht aus der Fassung bringen, ist das elfte Gebot.“

Heimat für Fischadler und Moorlibelle

Der Müritz-Nationalpark wird 30 Jahre alt

Die unwirkliche Atmosphäre unter dem Baldachin von Buchenblättern, der das Sonnenlicht dämpft. Die erdige Aura der Moore, die seltenen Arten einen Rückzugsort bieten. Fischadler, die hoch über den Seen kreisen und blitzschnell zustoßen. Und überall Kiefern, Kilometer um Kilometer, zwischen denen sich Schritt für Schritt ein junger Mischwald entwickelt. Das ist der Müritz-Nationalpark, der in diesem Jahr sein 30-jähriges Bestehen feiert.

Martin Kaiser kümmert sich um die touristische Infrastruktur des Müritz-Nationalparks, der sich auf mehr als 320 Quadratkilometern vom Ostufer der Müritz bis Neustrelitz und in einem Teilstück rund um Serrahn erstreckt. Was diese Landschaft ausmacht? "Der größte Teil ist von Kiefern- und Mischwald bedeckt. Seinen besonderen Charakter aber machen die Wasserflächen und Moore aus. Und die Buchenwälder bei Serrahn zählen seit 2011 sogar zum Weltnaturerbe", erklärt Martin Kaiser, der selbst gern aktiv in "seinem" Nationalpark unterwegs ist, ob zu Fuß oder mit dem Kanu.
Schon in den 1950er Jahren engagierten sich Bürger aus Waren für die Einrichtung eines Nationalparks rund um das damalige Staatsjagdgebiet der DDR. Kurz vor der Wiedervereinigung, bevor das Projekt womöglich Jahre hintenangestellt worden wäre, stellte der Ministerrat der DDR das Gebiet östlich der Müritz unter Schutz.
"Wir setzen jetzt darauf, dass aus dem noch dominierenden Kiefernwald ein natürlicher Mischwald wird, ohne Zutun des Menschen. Nur die Wanderwege und notwendigen Forstwege werden wir weiterhin pflegen, damit dieses einmalige Gebiet erlebbar bleibt", erläutert Martin Kaiser die Vision des Nationalparkamts. Schon jetzt fühlen sich hier unzählige Arten wohl, von Fisch- und Seeadlern über Moorfrösche bis zur Vierfleck-Libelle. "Die versuche ich manchmal am Moorsteg an den Wienpietschseen vor die Linse zu bekommen", verrät Martin Kaiser einen seiner Lieblingsorte, der rund fünf Kilometer vom Bahnhof Waren (Müritz) entfernt liegt.
Im Heilbad Waren (Müritz) hält die Regional-Express-Linie RE5. Vom Bahnhof ist in gut 10 Minuten Fußweg die Haltestelle Waren, Steinmole erreicht. Besucher können hier in die Busse der Nationalparklinie steigen, die hinein ins geschützte Gebiet fahren. So zum Beispiel nach Federow, zum Startpunkt der "Adler-Safari". Die findet, sofern möglich, bis in den Oktober hinein immer vormittags statt und führt zu den Nahrungsplätzen von See- und Fischadlern.

Wichtig: Bitte informieren Sie sich stets aktuell in den Nachrichten und auf www.auf-nach-mv.de, ob touristische Reisen nach Mecklenburg-Vorpommern wieder möglich sind.

Nationalpark-Service Müritz
Damerower Straße 6
17192 Federow
Tel. 03991 668849

Nationalparkamt Müritz
Tel. 039824 2520



mueritz-nationalpark.de

Die versunkene Stadt Vineta

Sagenhaftes zu Ostern von Zinnowitz auf der Insel Usedom
Die Zeit zu Hause lässt sich gut nutzen, um zum Beispiel Sagen und Legenden unserer Region kennenzulernen. Kennen Sie zum Beispiel die Geschichte von der versunkenen Stadt Vineta und der Prophezeihung zu Ostersonntag? Nein? Dann wollen wir sie hier erzählen und einen Hörtipp geben:

Vineta lag einst auf der Insel Usedom am schönen Ostseestrand, zwischen Zinnowitz und Koserow. Durch regen Handel war die Stadt reich geworden. Die Menschen aber wurden hochmütig und verschwenderisch und wollten von den mahnenden Zeichen nichts wissen. Da ließ eines stürmischen Tages die Wasserfrau die Stadt samt Mann und Maus in den Ostseewellen versinken...

Mecklenburg Vorpommern, hören - erleben - entdecken

Lauschen Sie doch mal, was die Wasserfrau den Vinetern sagte: Die Schauspielerin Anne Moll liest ein Stück aus dem Hörbuch "Vineta: Mecklenburg Vorpommern, hören – erleben – entdecken" von Corinna Hesse, Silberfuchs-Verlag.

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Vormerken für den Sommer: Vineta-Spektakel in Zinnowitz

Doch die Geschichte geht noch weiter: Es war just an einem Ostersonntag, als ein Schäferjunge seine Herde nahe dem Strand hütete. Plötzlich stieg eine alte, ehrwürdige Stadt aus dem Wasser empor und ein Tor in der Mauer tat sich auf. Neugierig ging der Junge hindurch und sah eine prächtige Stadt und ihre in Samt und Seide gekleideten, stummen Bewohner. Er lief zum Markt, wo Kaufleute ihm die schönsten Waren feilboten. Woher aber sollte er, der arme Schäferjunge, auch nur einen einzigen Pfennig haben? Traurig und enttäuscht blickten die Menschen ihn an. Rasch lief der Junge zurück zu seinen Schafen und als er sich umwandte, war nichts mehr zu sehen von der erhabenen Stadt. Lautlos war sie wieder in den Fluten versunken.

Es heißt, dass Vineta nun alle 100 Jahre am Ostersonntag wieder aus dem Meer aufsteigt. Doch nur Sonntagskinder können sie sehen und erlösen - wenn sie einen Pfennig in der Tasche haben...

Wann ist es wohl wieder soweit? Und - sind Sie ein Sonntagskind?

Auch wenn Vineta in diesem Jahr noch nicht vom Fluch der Wasserfrau befreit wird, ist für den Sommer ein buntes Vineta-Spektakel in Zinnowitz geplant: Vom 27. Juni bis 29. August 2020 wird die Vorpommersche Landesbühne die Vineta-Festspiele „Traum ohne Wirklichkeit“ zeigen.

Über das aktuelle Programm informieren Sie sich bitte unter

vorpommersche-landesbuehne.de/vineta-festspiele/

Im Reich der Bienen und Hummeln

Radtour ins ErlebnisReich Bienenstraße ab Blankenberg

Der Frühling ist da! Naja, zumindest ganz nahe. Schon stecken die Frühlingsblumen ihre Köpfe aus der Erde, öffnen sich überall grüne Blätter. Dazwischen summen und brummen Bienen und Hummeln, die neue Futterquellen suchen. Folgen Sie dem Flug der Bienen und radeln Sie entlang der "Bienenstraße" durch den erwachenden Naturpark Sternberger Seenland.
Vom Bahnhof Blankenberg (Meckl) rollen die Räder durch den Wald zum Naturparkzentrum Sternberger Seenland. Wie Eiszeit, Warnow und Mensch die Region formten, erfahren Sie hier. Im Dorf Eickhof hütet Imkerin Judith Dietze ihren verwunschenen Garten, in dem sich Wildblumen und Wildbienen wohlfühlen. Saftiges Obst und knackiges Gemüse, duftende Kräuter und bunte Blüten: All das gäbe es nicht ohne die fleißigen Bienen, Hummeln und andere Insekten.

Für diese ist wiederum eine vielfältige Landschaft überlebenswichtig. Das veranschaulicht Ihnen der Bienen-Baum-Lehrpfad in Brüel. Die Stadt hat sich ganz der Biene verschrieben und achtet auf insektenfreundliche Bepflanzung - die für Menschen übrigens wunderschön duftet. In Brüel lädt Sie auch Bienenhüterin Rita Klammer gern in ihren Natur-Erlebnis-Garten ein. Vorher führt Sie ein Abstecher zum Freilichtmuseum Groß Raden. Hier sehen sie originalgetreu nachgebaute Wohnhütten und Handwerkstätten - so lebten die Slawen vor gut 1.000 Jahren. Vermutlich naschten auch sie bereits den köstlich-klebrigen Honig der Bienen.
Ein Tipp für die Kuchenpause ist das Schlosscafé Kaarz. Wenn Sie sich den süß-saftigen Apfelkuchen auf der Zunge zergehen lassen, denken Sie daran: Die hauseigene Streuobstwiese sorgt nicht nur für Ihren Genuss, sondern auch für den von Biene, Hummel, Schmetterling und Ameise.
RE1 und RE4 bringen Sie zum Bahnhof Blankenburg(Meckl), wo die Tour beginnt und endet. Wenn Sie Räder leihen, stehen diese dort für Sie bereit. Reisen Sie mit dem eigenen Fahrrad an, beachten Sie bitte die Regelungen zur Fahrradmitnahme im Nahverkehr.

WandererAktivtour liefert nach Vereinbarung Räder zum Bahnhof Blankenberg(Meckl):
www.wanderer-aktivtour.de, Tel. 038458 8011

ErlebnisReich Bienenstraße
www.bienenstrasse.de, Tel. 03847 43500

Café im Schlosshotel Kaarz
Obere Dorfstraße 6
19412 Weitendorf OT Kaarz
Geöffnet: im März Freitag bis Sonntag, ab April täglich 12 bis 17 Uhr

Stör im Ohr

Wismar: Designerin Ramona Stelzer macht aus Fischleder einzigartigen Schmuck
Was bei anderen in die Biotonne kommt, fasst sie in Gold und Silber: Fischleder. Designerin Ramona Stelzer kreiert aus gegerbter Fischhaut den schönsten Schmuck. Auf diese ungewöhnliche Idee kam sie eher durch Zufall. "Beim Studium in Wismar zeigte mir meine Professorin Seewolf-Leder. Ich kannte das Material überhaupt nicht und war sofort begeistert! Welch tolle Oberfläche. Wie elastisch und strapazierfähig. Und jede Schuppenstruktur ist ja ein echtes Unikat. Fischleder und die Nähe zur Ostsee, das passte", freut sich die 36-Jährige, die so ihre Schmucknische fand. Die gebürtige Schwäbin blieb in Wismar und eröffnete im April letzten Jahres ihren Fischleder-Store in der Krämerstraße - den einzigen in Deutschland übrigens.

Hier gibt es Armbänder und Krawattennadeln für Ihn und Ohrringe, Ringe und Ketten für Sie. Dazu Taschen, Gürtel und Geldbörsen - aus Lachs, Stör, Scholle, Barsch... Von wegen glitschig oder stinkend! Ramona Stelzer zeigt Ihnen gern dieses besondere Material, das sie von drei Lieferanten bezieht. Sie hat bereits eine große Sammlung Fischleder, die jeder anschauen, anfassen und auch schnuppern kann. "Die meisten staunen, wie weich das Leder ist und dass aus Fischresten richtig Schönes entsteht", erzählt die Designerin fröhlich. Schon mehrfach hat sie Preise für ihr innovatives und nachhaltiges Konzept abgeräumt. Wer mag, kann ihr bei der Arbeit zuschauen und Fragen loswerden. Wussten Sie zum Beispiel, dass Häute - egal, welche - beim Gerben generell ihre Eigenfarbe verlieren? Erst durch Färben wird Leder zum Hingucker.

Ramona Stelzers Lieblingsstück sind Ohrhänger aus Rochen, die sie sehr gern trägt. "Wenn die Hornkügelchen auf dieser besonderen Fischhaut angeschliffen und poliert sind, glitzern sie wie kleine Edelsteine. Das sieht sehr elegant aus", schwärmt sie. Ohrstecker aus Silber gibt’s übrigens schon ab 29 Euro. Für ihre Armbänder aus Störleder wünscht sich Ramona Stelzer noch mehr modisch-selbstbewusste Männer. "Die Bänder sind schon etwas Besonderes und recht auffällig", sagt die Schmuckdesignerin und ergänzt lachend: "Wer sie trägt, hat bei einer Party jedenfalls immer genügend Gesprächsstoff."

Nach Wismar kommen Sie mit der RB 11 und der RB 17. Vom Bahnhof sind es keine 10 Gehminuten über Mühlengrube, Krönkenhagen, Bademutterstraße zur Einkaufs- und Flaniermeile Krämerstraße.

Atelierwerkstatt Ramona Stelzer Design
Krämerstraße 21
23966 Wismar
Tel. 0178 3631081
Geöffnet: Di bis Fr 11 - 18 Uhr

www.ramonastelzerdesign.com

Der scharfe Blick des Adlers

Fotoausstellung "Glanzlichter 2018" in Waren/Müritz
Der scharfe Blick des Adlers, der eine störende Wespe fixiert. Zwei Wespen im Kampf um den Schirm einer Pusteblume. Perlende Regentropfen auf pelzigem Blütenblatt. Faszinierende Momentaufnahmen aus dem Leben von Tieren und Pflanzen, von der Wespe bis zum Elefanten, präsentiert noch bis 22. März die Naturfotoausstellung "Glanzlichter 2018" im Müritzeum, dem Naturerlebniszentrum des Heilbads Waren (Müritz).

Die Sonderausstellung zeigt 80 eindrucksvolle Motive von über 18.000 Bildern, die Fotografen aus 39 Ländern im Jahr 2018 zum Naturfoto-Wettbewerb "Glanzlichter" einreichten. Hinter jedem Bild steht eine unglaubliche Geschichte. Denn selbst für professionelle Fotografen sind diese Aufnahmen etwas Außergewöhnliches. Nur möglich mit viel Geduld, einem Wechsel der Perspektive, einem scharfen Blick für die Schönheit der Natur und dem Quäntchen Glück, im richtigen Moment die Kamera parat zu haben.

So wie bei Bettina Zeller, der Fotografin, die den Blick des Steppenadlers Tarun im Zoo von Hannover festhielt. Ihr war die Wespe aufgefallen, die frech den Schnabel des Vogels umschwirrte, auf dem ein Rest Fleisch klebte. Sie griff nach ihrer Kamera – und erfasste genau den Augenblick, in dem Wespe und Adler sich in die Augen schauten. Der Besuch der Ausstellung ist im Eintritt inbegriffen. Im Anschluss können Sie die Aquarien und die Ausstellungen des Müritzeums zu Entstehung und Geologie, Flora und Fauna der Müritzregion und des Müritz-Nationalparks erkunden. Im Shop ist der Bildband mit den Aufnahmen des Wettbewerbs „Glanzlichter“ zu haben.

Das Naturerlebniszentrum Müritzeum erreichen Sie vom Bahnhof Waren (Müritz) in 10 Minuten über den Fußweg neben der Bundesstraße 192 und die Straße Zur Steinmole. Waren (Müritz) liegt direkt an der Regional-Express-Linie RE5.

www.mueritzeum.de

Peene-Safari mit dem Bootsbauer

Anklam: Natur entdecken vom Wasser aus
Er hat seinen Traum zum Beruf gemacht. Bootsbaumeister Carsten Enke erschafft seit fast 20 Jahren Schiffe, auf denen Besucher der Hansestadt Anklam das Peenetal entdecken. Enke ist auch diplomierter Ökologe und weiß genau, was für einen Schatz er mit dieser artenreichen, naturbelassenen Flusslandschaft vor der Haustür hat.

Sein jüngstes "Kind" heißt "Ida vom Peendamm" und ist ein moderner, lichtdurchfluteter Katamaran. "Ich habe seit Jahren geplant, ein komfortables Safari-Schiff auf der Peene fahren zu lassen, mit viel Platz und einem Oberdeck. Von dort haben die Gäste einen weiten Blick auf das Flusstal", berichtet Carsten Enke. Vor fünf Jahren begann er mit dem Bau. Immer dann, wenn das Tagesgeschäft ein wenig Zeit ließ. Im Sommer vergangenen Jahres wurde sein Traum schließlich Wirklichkeit.

"Wir haben das Schiff von der Konzeption über den Bau der Schwimmkörper bis hin zur Innenausstattung in unserer Bootswerft komplett selbst gefertigt", erklärt der sympathische 53-Jährige stolz. Liebend gern steht er selbst am Steuer, wenn seine "Ida vom Peendamm" zu ihren Erlebnistouren auf der Peene aufbricht. Immer sonntags finden die gemütlichen Kaffeefahrten statt. Carsten Enkes Augen blitzen begeistert, wenn er seinen Gästen vom Oberdeck aus Biberburgen und fliegende Seeadler zeigt. Im gemütlichen Salon des Schiffs gibt’s dazu einen "Anklamer Leuchtturm", ein Heißgetränk nach Geheimrezept.

Wenn Sie mit der "Ida vom Peendamm" auf Kaffeefahrt gehen möchten, reservieren Sie bitte unbedingt vorab online. Zum Bahnhof Anklam kommen Sie bequem mit dem Regional-Express RE3. Vom Bahnhof wenden Sie sich rechts in die Hafenstraße, biegen am Kino links in die Silostraße, dann rechts in die Ravelinstraße. Über die Klosterstraße und rechts die Peenestraße kommen Sie zur Fußgängerbrücke über die Peene. Die Werftstraße am anderen Ufer führt Sie nach rechts zu Bootswerft und Anlegestelle. Der Fußweg dauert insgesamt knapp 20 Minuten.

Die Kaffeefahrten kosten regulär 29 Euro pro Person, Kinder ermäßigt. Wichtig: Die Tickets müssen vorab online gebucht werden.

Abenteuer Flusslandschaft
Werftstr. 6
17389 Anklam
Tel. 03971 242839

www.abenteuer-flusslandschaft.de

Usedom mit Pinsel und Farbe

Winterausstellung im Atelier Otto Niemeyer-Holstein in Zempin
Waren Sie schon mal an der schmalsten Stelle von Usedom? Dort, wo gerade mal 300 Meter Land Ostseewellen und Achterwasser trennen? "Lüttenort" heißt dieses Fleckchen Erde. Der Maler Otto Niemeyer-Holstein (1896-1984) hatte es so genannt, als er 1933 hier eine Brache kaufte.

Der Kieler liebte die See und ließ sich von der Schönheit der Küstenlandschaft auf Usedom verzaubern: Der "Käpt'n", wie ihn seine Freunde nannten, malte die Steilküste und das stürmische Meer, Boote und Häfen, Fischerkaten und Felder. Ein ausrangierter Berliner S-Bahnwagen bot dem norddeutschen Maler anfangs ein schützendes Quartier. Nach und nach umbaute er den Waggon zu Wohnung und Atelier, gestaltete den Garten mit Pflanzen und Skulpturen. Heute ist das Ensemble ein Museum und Ort der Begegnung.

Schauen Sie hinein in die Neue Galerie: Noch bis zum 29. März 2020 zeigt die Ausstellung unter dem Titel "Arbeiten aus innerem Antrieb" insgesamt 40 Werke von Otto Niemeyer-Holstein und Charlotte E. Pauly (1886-1981), mit der er sich in den 1970er Jahren künstlerisch austauschte.

Möchten Sie auch einen Blick in den Bahnwaggon, das Wohnhaus und Atelier des Künstlers werfen? Erfahren, wo er mit Freunden diskutierte, wo Staffelei und Farben standen? Dann schließen Sie sich einem geführten Rundgang an, der zu den Öffnungszeiten um 11, 12 und 14 Uhr angeboten wird.
So inspiriert, können Sie noch ein Stück am Achterwasser oder am Ostseestrand spazieren gehen, frische Luft tanken, bezaubernde Motive entdecken und später zu Hause vielleicht selbst zu Pinsel oder Stift greifen...

Die RB23 bringt Sie von Züssow bequem auf die Insel Usedom und nach Zempin. Vom Bahnhof sind es etwa 1,3 Kilometer auf dem straßenbegleitenden Fußweg auf dem Deich entlang der B111 zum Atelier.

Atelier Otto Niemeyer-Holstein
Lüttenort
17459 Ostseebad Koserow, OT Zempin
Tel. 038375 20213

atelier-otto-niemeyer-holstein.de

Weltkultur und Kuchenzauber

Nieselwetter-Rundgang durch Lübecks Altstadt
Nieselregen und grauer Himmel - aber Ihnen fällt die Decke auf den Kopf? Dann ist es Zeit für einen Rundgang durch Lübeck. Der Charme norddeutschen Backsteins, stimmungsvoll beleuchtet und gekrönt zum UNESCO-Weltkulturerbe, wird Ihre Stimmung gleich heben. Dazu gibt’s eine Kuchenzauber-Garantie, denn alle paar Minuten lockt ein supergemütliches Café. Ein paar Kalorien mehr schützen schließlich zuverlässig vor der Kälte, oder?
Steuern Sie vom Hauptbahnhof aus einfach das mächtige Holstentor an. Ja, es steht ein wenig schief, das liegt am Untergrund. Und nein, das mindert den Stolz der Lübecker auf ihr Wahrzeichen aus der Hansezeit nicht im mindesten. Überqueren Sie die Trave und steuern Sie das Rathaus an, noch so ein sehenswerter Prunkbau. Die Fläche davor haben die Stadtwerke in eine Eisfläche verwandelt, die Ihnen für einen kleinen Eintrittspreis zu festen Zeiten offen steht. Schlittschuhe können Sie vor Ort leihen, Handschuhe sind der Sicherheit halber Pflicht.

Danach geht’s los mit dem Kuchenzauber. Süßes mit Marzipan oder Nougat gibt’s gleich um die Ecke im traditionellen Niederegger-Café. Vegetarisches von süß bis herzhaft serviert zum Beispiel das Café Affenbrot am Ufer des Kanals, der die Altstadt östlich begrenzt. Oder Sie spazieren zur nördlichen Spitze der Altstadt an der Untertrave. Dort verrät Ihnen das Europäische Hansemuseum, warum Lübeck einst Königin der Hanse war. Nach einer einflussreichen Kauffrau und Äbtissin ist das dazugehörige Café Fräulein Brömse benannt. Die Räume sind liebevoll dekoriert von der Einrichtung bis zur Auswahl der Teller und Tassen. Bei hausgemachtem Kuchen, Kaffee aus der Lübecker Rösterei oder feinen Tees geht einem direkt das Herz auf.
Die Lübecker Altstadt erreichen Sie in 10 Minuten zu Fuß von Lübeck Hauptbahnhof. Dorthin bringt Sie aus Mecklenburg-Vorpommern die Regional-Express-Linie RE4. Der beschriebene Rundgang umfasst gut eine Stunde reine Gehzeit (etwa 6 Kilometer).

www.hansemuseum.eu www.luebeck-tourismus.de

Eiszauber auf dem Markt
bis 1. März 2020
Montag bis Freitag 13 bis 19 Uhr
Samstag 10 bis 19 Uhr, Sonntag 11 bis 19 Uhr
Eintritt: 3,50 Euro, ermäßigt 3 Euro
Leihschlittschuhe 3 Euro

Europäisches Hansemuseum
An der Untertrave 1, 23552 Lübeck
Täglich 10 bis 18 Uhr

Auf Weltreise in Hamburgs Speicherstadt

Besuch im Miniatur Wunderland Hamburg
Die Wolkenkratzer von Las Vegas, die österreichischen Alpen, Winter in Skandinavien, Venedig ohne Kreuzfahrtschiffe und eine Schokoladenfabrik in der Schweiz: Das alles ist in der Hamburger Speicherstadt fußläufig zu erreichen. Denn inmitten des historischen Lagerhausviertels, das zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, erstrecken sich neun detailreiche Welten - ausgetüftelt und in verschiedenen Maßstäben umgesetzt von den Machern des Miniatur Wunderlands. Darunter selbstverständlich auch die Hansestadt Hamburg selbst mit den Landungsbrücken, Hagenbecks Tierpark, dem Michel und sogar der Elbphilharmonie.
In der größten Modelleisenbahnanlage der Welt ist immer was los. Hier fahren 1.040 Züge auf 15.715 Metern Gleis. Vom "Knuffingen Airport" starten täglich rund 250 Flugzeuge, in der "Nordostsee" gleiten 16 Schiffe übers Wasser. Auf Knopfdruck können Sie an über 200 Stationen mit der Technik interagieren. Doch das Wunderland mit seinen 263.000 kleinen "Einwohnern" ist noch viel mehr - ein ganzer Miniatur-Kosmos, der die Besucher zum Träumen, Staunen und Beobachten einladen soll.

Denn zum Charme der familiär geführten Anlage gehört, dass die Mitarbeiter ihre eigenen Ideen und Ansichten einbringen. So regen unzählige witzige und absurde, herzige und dramatische Situationen der Miniatur-Einwohner zum Nachdenken und Schmunzeln an. Und weil auch die Wunderländer immer etwas Neues erleben wollen, sind die nächsten Welten - das Fürstentum Monaco und Südamerika - bereits im Bau und weitere in Planung.

Das Miniatur Wunderland erreichen Sie in knapp 10 Minuten zu Fuß vom U-Bahnhof Baumwall (Elbphilharmonie). Oder Sie spazieren durch die Innenstadt in rund 20 Minuten direkt zur Speicherstadt über Mönckebergstraße, Große Johannisstraße, Kleiner Burstah und auf der Holzbrücke über das Nikolaifleet (immer Richtung Elbphilharmonie). Bis Hamburg Hauptbahnhof kommen Sie zum Beispiel mit dem Regional-Express der Linie 1 ab Rostock, dem Hanse-Express.

Miniatur Wunderland Hamburg
im Kultur & Gewerbespeicher
Kehrwieder 2, Block D
20457 Hamburg
Tel. 040 3006800
Geöffnet täglich mindestens von 9.30 bis 18 Uhr, alle Öffnungszeiten und Tickets ohne Wartezeit auf:

miniatur-wunderland.de

Schnee von gestern?

Winterliche Geschichten im Neustrelitzer Kulturquartier
Erinnern Sie sich noch an die guten Vorsätze fürs neue Jahr? Öfter mal raus und bewegen, mehr Zeit für die Familie und für Kultur, gesünder essen... Setzen Sie Ihre Pläne gleich in die Tat um und starten Sie mit den Kids zum Ausflug nach Neustrelitz! Nichts Großes, eher beschaulich, und doch ein schönes Wintererlebnis mit der ganzen Familie: Das Kulturquartier in der einstigen Kaiserlichen Hauptpost im Zentrum der Stadt zeigt noch bis 29. Februar 2020 die kleine Sonderausstellung "Schnee von gestern? Neustrelitzer Winter". Da geht es um Geschichten von Neustrelitzer Bürgern, Berichte von Weihnachtsfesten längst vergangener Zeiten und um Originelles aus dem Museumsdepot wie den Piekschlitten. Was das für ein sonderbares Mini-Ding ist? Schauen Sie selbst! Die Kids können es sich dann in der Leseecke auf Schlitten und Kissen rings um den großen Pferdeschlitten behaglich machen und in Büchern stöbern.

Wer gern Erzählungen lauscht, kommt am besten am 31. Januar von 15.30 bis 17 Uhr ins Kulturquartier. Dann sind schaurig-schöne Geschichten von Eis und Schnee in der Leseecke zu hören, bevor die Kids in gemütlicher Runde Winterliches basteln. Spazieren Sie auch gemeinsam durch die Dauerausstellung in weiteren vier Räumen, in denen über 800 Objekte und mehrere Medienstationen vom Herzogtum Mecklenburg-Strelitz erzählen, das 1701 gegründet wurde. Wer regierte es? Und wie sah das Neustrelitzer Residenzschloss aus, das zum Kriegsende ausbrannte und 1950 abgerissen wurde? Laufen Sie nach der kleinen Exkursion in die Strelitzer Geschichte einen guten Kilometer an frischer Luft durch den Schlossgarten und die Useriner Straße zur Nummer 9. Hier wird im Restaurant "Quer Beet" von Dienstag bis Freitag ab 16 Uhr und am Wochenende ab 11 Uhr saisonal, regional und bio aufgetischt: Bio-Burger zum Beispiel und Quer-Beet-Salat mit geriebenem Apfel und Ziegenkäsetaler...

Das Kulturquartier erreichen Sie vom Hauptbahnhof Neustrelitz in einer guten Viertelstunde. Der Weg führt durch die Einkaufsmeile Strelitzer Straße zum Marktplatz, der einmalig ist in Europa. Acht Straßen führen sternförmig zu diesem mit einem Hektar riesigen, quadratischen Platz. Vom Marktplatz sind es dann nur ein paar Meter zum Kulturquartier in der Schloßstraße.

Kulturquartier Mecklenburg-Strelitz
Schloßstr. 12/13
17235 Neustrelitz
Tel. 03981 2390999
Geöffnet: Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr

kulturquartier-neustrelitz.de

Aufwärmen im Ostseewasser

Ein Wellnesstag im Ostseeheilbad Graal-Müritz
Es ist erst Januar, und Sie haben schon genug vom Winter? Dann vertreiben Sie doch die Kälte mit einem Wellnesstag in wohlig-warmem Ostseewasser. Das entspannt nicht nur nach dem Feiertags-Marathon, sondern ist auch noch gesund. Was gibt’s Besseres zum Anfang eines neuen Jahres?

Das Seeheilbad Graal-Müritz ist gleich doppelt gut für Körper und Seele: Das Salz der Ostsee und der Küstenwald Rostocker Heide machen die Luft zum Gesundheitselixier. Warm eingepackt, lässt sich die eisige Brise bei einem kurzen Abstecher zum Strand sogar genießen. Schließlich liegt gleich nebenan das Aquadrom, das mit wohltemperiertem Ostseewasser aufwartet - wettergeschützt im Innenbecken oder mit Blick in die Winterdämmerung im Außenbecken.

Wohltuende Hitze ist darüber hinaus in der Saunawelt zu finden, vom Dampfbad über die 70-Grad-Soft-Sauna bis zur Finnischen Sauna. Und wer sich noch mehr Gutes tun möchte, wählt zusätzlich eine Wellnessanwendung aus: Wie wäre es mit einer Heilkreide-Algen-Mischung auf der Haut? Mit einem vitalisierenden Caracalla-Bad, begleitet von Licht in wechselnden Farben, geradezu eines römischen Kaisers würdig? Oder vielleicht eine Massage mit duftendem Sanddornöl? Eines ist sicher: Nach diesem Tag gehen Sie dem Winter mit einem Lächeln entgegen.

Zum Aquadrom gelangen Sie vom Bahnhof Graal-Müritz in etwa einer Viertelstunde zu Fuß, zum Beispiel über die Kastanienallee und den Friedhofsweg, dann links in den Buchenkampweg. Der Ostseestrand ist über einen Stichweg hinter dem Aquadrom zu erreichen.

Aquadrom Graal-Müritz
Buchenkampweg 9
18181 Ostseeheilbad Graal-Müritz
Tel. 038206 87900

aquadrom.net

Der Bonbonmacher

Rüdiger Ide hat den besten Job der Welt: Er macht Bonbons, seit Karls Erlebnis-Dorf direkt am Bahnhof Koserow 2015 die Pforten öffnete. Bonbons in echter Handarbeit, das geht so: Der Bonbon-Macher kocht Zucker mit Wasser und Glukosesirup bei 160 Grad Celsius auf und verfeinert das Ganze mit Aroma. Dann gießt er die heiße Masse zum Abkühlen auf einen Granittisch, gibt Farbe und stellenweise Zitronensäure hinzu und rollt die zähe Substanz zu einem stattlichen Batzen. Diesen schlägt er dann mit Kraft und Geschick über ein paar Haken ... Warum, das erfahren Sie bei den Vorführungen in der Schaumanufaktur täglich um 11.30, 14 und 16 Uhr. Mmh, die noch warmen Bonbons können Sie natürlich auch gleich verkosten. Welcher ist Ihr Lieblingsgeschmack? Zitrone, Orange, Erdbeere, Apfel oder Blaubeere? Oder gar die sahnigen Varianten oder die mit Vanille? Der 43-jährige gelernte Verkäufer hat sich im Laufe der Zeit viel Wissen über Bonbons und ihre Herstellung angeeignet. Rüdiger Ide kann sich keinen besseren Job vorstellen, wenn sich Besucher neugierig um seine Schaumanufaktur drängen und ihn Löcher in den Bauch fragen. Denn wo sonst können sie es noch selbst sehen, riechen und schmecken, wie die süßen Köstlichkeiten traditionell gefertigt werden, die seit über tausend Jahren die Menschen verzücken? Und wie ist das so bei Bonbon-Machern, mögen sie überhaupt noch Bonbons? Ja natürlich, so Rüdiger Ide. Sein Favorit sind die mit Melonengeschmack, verrät der Usedomer. Und er probiert seine Mischungen auch immer, ob alles okay ist. Aber er beißt auch sehr gern in eine deftige Wurst vom Stand ein paar Meter weiter...

Schlendern Sie nach der rund 20-minütigen Schauvorführung mit ein paar Leckereien in der Tasche durch das geschmückte Winterwunderland mit Feuerschalen, Erdbeerglühwein und Stockbrotbraten am Lagerfeuer, mit Ponyreiten und Traktorfahren in klarer Winterluft. Und wenn es draußen zu kühl wird, bieten die Marmeladenküche und die Bäckerei mit dem Holzofen drinnen weitere duftende und wohlschmeckende Erlebnisse.

Die RB23 bringt Sie von Züssow auf die Insel Usedom und verkehrt als Usedomer Bäderbahn (UBB) bis Swinoujscie Centrum. Karls Erlebnis-Dorf Koserow liegt direkt am Bahnhof Koserow.

Karls Erlebnis-Dorf Koserow

Zum Erlebnis-Dorf 1
17459 Koserow

Geöffnet: täglich 8 bis 19 Uhr
Winterwunderland: bis 1. März 2020
Eintritt frei

www.karls.de

Handwerk mit Herz

Manufakturen in Schwerin

Fingerspitzengefühl, Erfahrung und Geduld braucht Carola Frericks bei ihrer Arbeit. Von Hand treibt sie den Sichel ins Metall, zieht hauchdünne Linien, die zu aufwendigen Verzierungen werden. Mal sind es Ringe, Löffel oder Jubiläumsgeschenke, mal größere Stücke wie eine handgeschmiedete Taufschale oder ein historischer Kirchenleuchter. Immer ist die gelernte Graveur-Meisterin mit ganzem Herzen dabei - und stolz auf ihre Arbeit, die keine Maschine so leisten kann.

Die Gravur-Manufaktur von Carola Frericks in der Münzstraße ist eine von vier besonderen Manufakturen in der Schweriner Altstadt, die Sie gut auf einem Rundgang vom Bahnhof Schwerin Mitte erlaufen können. Sie gehören zur westmecklenburgischen ManufakTOUR, die zu den Werkstätten von Menschen führt, die sich mit Leidenschaft alten Handwerkskünsten verschrieben haben.

Ebenfalls in der Münzstraße ansässig, lässt sich "de Klockenschauster" gern über die Schulter schauen. Hans-Joachim Dikow fertigt und repariert praktisch alles, was tickt. Die durchschnittliche Lebensdauer eines modernen iPhones beträgt vier Jahre - die Traditionsuhren des Klockenschausters halten länger als ein Leben. Sprechen Sie ihn an, er ist gern für einen Schnack zu haben.

An der Straße Großer Moor begrüßt Sie Modistenmeisterin Genoveva Rieger in ihrem Hutsalon. Gleich um die Ecke recycelt Kürschnermeister Götz Weidner aus der Mode gekommene Pelze. Nur eine Straßenecke weiter sorgt Antonio Lecce montags bis freitags im Dolci Note für eine süße Pause und leckere Mitbringsel zum Weihnachtsfest - ebenfalls handgefertigt, und zwar aus Schokolade.

Alle genannten Adressen erreichen Sie in circa 10 bis 15 Minuten Fußweg vom Bahnhof Schwerin Mitte in Richtung Altstadt.

www.schwerin.de