Sielmanns Natürlandschaft Kyritz-Ruppiner Heide:

Purpurrot webt die Besenheide ab August einen üppigen Blütenteppich über den kargen Boden. Hier und da mogeln sich grüne Streifen von weichem Moos ins farbenprächtige Bild. Argus-Bläulinge spreizen ihre zarten Schmetterlingsflügel ins Licht. Tiefer Frieden liegt über der Kyritz-Ruppiner Heide. Das war nicht immer so. Jahrzehntelang wurde hier scharf geschossen – das Gelände diente als Truppenübungsplatz. Heute können Sie bei einer Wanderung auf ausgewiesenen Wegen den Wandel vom „Bombodrom“ zum Naturerbe erleben.

Nora Künkler ©
Nora Künkler ©

Wiedehopf und Grasgespenst

Ein 13 Kilometer langer Weg mit Rastplätzen und Schutzhütten schlängelt sich durch die Kyritz-Ruppiner Heide, freigeräumt von Munition, bestückt mit Schildern über die Besonderheit dieses Lebensraums. Was einst der Vorbereitung auf den Krieg diente, ist heute das friedliche Zuhause von Zikade, Schwarzkehlchen und Mopsfledermaus.

Ein Grasgespenst hängt bestens getarnt an einem Grashalm. Der Sandlaufkäfer legt einen rasanten Sprint hin, um Insekten zu jagen. Und der Wiedehopf plustert seine Federkrone und tänzelt über den Weg. Einst hinterließen hier Panzer und Bomben tiefe Spuren. Seit 1952 nutzten sowjetische Truppen das Gebiet als Übungsplatz. Es war die Zeit des Kalten Krieges. Als Deutschland wieder eins wurde, zogen die Soldaten ab.

Doch nun sollte hier, zwischen Wittstock und Neuruppin, der größte Tiefflugübungsplatz Europas entstehen. Dank des Engagements der Bürgerbewegung „Freie Heide“ kam es ganz anders: 2011 übernahm die Heinz Sielmann Stiftung 4.000 Hektar des einstigen Militärgeländes, auf dem sich in der Zwischenzeit eine beeindruckende biologische Vielfalt entwickelt hatte. Heute ist die Kyritz-Ruppiner Heide ein wahres Natur-Juwel, das sogar die Lüneburger Heide als Deutschlands größte Heidefläche übertrifft.

Den besten Überblick über das Areal haben Sie auf dem Heinz-Sielmann-Hügel bei Pfalzheim von dem 15 Meter hohen Aussichtsturm, der 2019 eröffnet wurde. Benannt ist die höchste Erhebung der Region nach dem Naturfilmer und Professor Heinz Sielmann (1917–2006). Von Anfang August bis Mitte September verzaubert die Kyritz-Ruppiner Heide mit friedlicher Stille und violettem Blütenmeer.

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Wandertour: Vom "Bombodrom"“ zum Naturerbe Naturlandschaft Kyritz-Ruppiner Heide
Start: Bahnhof Netzeband
Dauer/Länge: 6 Stunden/15 km

Anreise

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