Streifzug des Monats:
Auf dem Reformationspfad durch die Havelstadt

Einmal durch die Geschichte schlendern in Brandenburg an der Havel

Domstift Brandenburg ©
Domstift Brandenburg ©

Steigen Sie in den RE 1, der alle halbe Stunde fährt, zum Beispiel um 9.11 Uhr in die Doppelstadt an der Havel. Musikinteressierte merken sich für ihren Ausflug den 17. September vor, an dem im Dom zu Brandenburg das „Luther-Oratorium“ akustisch in die Zeit vor 500 Jahren führt. Zur Zeit der Reformation waren die Altstadt mit der Pfarrkirche St. Gotthardt und die Neustadt mit der Pfarrkirche St. Katharinen zwei eigenständige Orte. Hinzu kam die Dominsel als Sitz des ältesten Bistums östlich der Elbe, gegründet 948 von Otto I. Während die Domherren nicht viel von Luthers Ideen hielten, sprach sich die wohlhabende und selbstbewusste Bürgerschaft für die Reformation aus.

Foto C.A. Jensen ©
Foto C.A. Jensen ©

So setzte sich auch der Sohn des altstädtischen Bürgermeisters, Georg Schuler, für die neue Sache ein. Er studierte bei Luther und Melanchthon, heiratete Melanchthons Tochter Anna und wirkte ab 1538 als Professor an der Universität Frankfurt an der Oder. Nehmen Sie die Straßenbahn der Linie 2 oder 6 zum Neustädtischen Markt – auch hier gilt das praktische Brandenburg-Berlin-Ticket oder Ihr VBB-Abo 65plus. Schauen Sie in der Touristinformation vorbei und holen Sie sich zum Beispiel – wenn Sie mit der Familie unterwegs sind – das Stadtrallye-Set für die unterhaltsame Stadterkundung. Folgen Sie danach den Wegweisern des Reformationspfads, gekennzeichnet mit einer fünfblättrigen Rose, zu einer Reihe kostenfreier, informativer Ausstellungen. Ihre erste Station ist die St. Katharinenkirche 1, in der Pfarrer Thomas Baitz 1536 dem Rat der Neustadt das erste evangelische Abendmahl reichte. Erstmals empfingen auch Laien den Kelch mit Wein, der bis dahin dem Priester vorbehalten war. Der damals verwendete Abendmahlskelch ist bis heute im Gebrauch der Gemeinde und in der aktuellen Ausstellung zu sehen. Bemerkenswert ist zudem, dass die Kirche reformatorische Inschriften mit vorreformatorischer Ausstattung vereint. Ab 24. September geht eine zweite Ausstellung auf das kontroverse Verhältnis Luthers zum Judentum ein.

Neue Wege im Glauben

Ihr Weg führt Sie, vorbei an der St. Johanniskirche mit ihrem 2015 fertiggestellten modernen Westabschluss aus Glas und Metall, zum Gotischen Haus 2. Dort erfahren Sie mehr über die Stadtgeschichte und erhalten anhand der Poster-Ausstellung „Here I stand“ einen Überblick über Voraussetzungen und Langzeitwirkungen der Reformation. Die nächste Station ist das Altstädtische Rathaus 4 mit der Rolandstatue. Das Hauptgebäude mit dem Turm entstand zwischen 1470 und 1480 und war zu Luthers Zeiten das administrative Herz der Altstadt. Nicht weit davon steht die St. Gotthardtkirche 4, ein beeindruckendes Zeugnis der Suche nach neuen Wegen im Glauben. Tatkräftig bauten die Menschen, die nun der evangelischen Lehre folgten, ihre altehrwürdige Kirche aus und um. Da wurde gemauert, gemalt, ergänzt und ausgeräumt. Heute bewundern Sie hier eine reiche reformatorische Ausstattung mit dem ersten Reformationsaltar des Landes Brandenburg. Unter der Woche können Sie sich im Café „Gertrud von Saldern“ in der alten Saldria am Gotthardtkirchplatz stärken. In dem Gebäude, das Gertrud von Saldern 1589 der Stadt schenkte, befand sich einst eine Schule nach der rein lutherischen Lehre. Das Wappen der altstädtischen Adelsfamilie von Saldern zierte eine fünfblättrige Rose – das Symbol, das Ihnen den Reformationspfad weist.

Musikalisches Erlebnis im Dom

Lenken Sie Ihre Schritte anschließend zum Dom St. Peter und Paul 5. Die Ausstellung „Altlust“ im Dommuseum verrät Ihnen, wie kreativ die verschiedensten Dinge weiter- und wiederverwendet wurden. Die Frage nach dem Umgang mit vorreformatorischer Ausstattung wurde oft ganz pragmatisch beantwortet: Findige Schneider verwandelten den geistlichen Chormantel in eine dekorative Tischdecke oder die Prachtrobe der Ehefrau in ein Priestergewand. Gedeckte Tische finden Sie anschließend im Restaurant „Remise“ gleich nebenan. Der Höhepunkt Ihres Besuchs in Brandenburg ist das Luther-Oratorium „Wachetrecht auff“ im Dom, gespielt am 17. September, 17 Uhr, von den Brandenburger Symphonikern um Dirigent Aurélien Bello. Das Werk des international renommierten Komponisten Ralf Hoyer und der Schriftstellerin Kerstin Hensel knüpft an die Bach‘sche Tradition der großen Oratorien an. Gesangssolisten, zwei Chöre, Symphonieorchester, Bläserensemble und Orgel setzen Luthers Leben und Wirken mit unnachahmlicher musikalischer Intensität in Szene. Beschwingt von Ihrem Rundgang mit „Reformationskonzert“, nehmen Sie den Bus B/522 ab Domlinden oder spazieren zurück zum Hauptbahnhof. Der RE 1 bringt Sie zum Beispiel um 21.00 Uhr zurück nach Berlin.

M. Göttsching

Anreise

Hinfahrt: etwa halbstündlich mit dem RE 1 nach Brandenburg Hauptbahnhof, zum Beispiel um 9.11 Uhr
Rückfahrt: z.B. 21.00 Uhr
Fahrzeit: ca. 50 Minuten

Reiseauskunft

Brandenburg-Berlin-Ticket

Kreuz und quer das ganze Land Brandenburg und Berlin für 29 Euro.

Jetzt buchen!
Terra press ©
Terra press ©

Beantworten Sie folgende Frage und gewinnen Sie!

In welchem Jahr gründete König Otto I. das Bistum Brandenburg, heute das älteste östlich der Elbe?

1. Preis: 2-Gang-Überraschungsmenü für 2 Personen (ohne Getränke) im Restaurant Remise direkt am Dom zu Brandenburg und ein Brandenburg-Berlin-Ticket für bis zu 5 Personen sowie 1 Stadtrallye-Set für Familien
2. Preis: Freikarten für die Uraufführung des Luther-Oratoriums am Dom zu Brandenburg am Sonntag, den 17. September um 17 Uhr und ein Brandenburg-Berlin-Ticket für bis zu 5 Personen sowie 1 Stadtrallye-Set für Familien
3. Preis:Ein Überraschungspaket des Domladens mit Spezialitäten für den Kochtopf, Trainingsaufgaben für das Gehirn und Stimulierung der Glücksgefühle und ein Brandenburg-Berlin-Ticket für bis zu 5 Personen sowie 1 Stadtrallye-Set für Familien

Schicken Sie uns Ihre Lösung per Postkarte bis zum 5. September 2017 (Poststempel) an:
punkt 3 Verlag GmbH, Streifzug des Monats, Panoramastraße 1, 10178 Berlin

Eine Barauszahlung und eine Übertragung des Gewinns ist nicht möglich. Ihre personenbezogenen Daten werden von der DB Regio AG ausschließlich für die Abwicklung des Gewinnspiels erhoben, verarbeitet und genutzt. Es ist nur ein Gewinn pro Person möglich. Der Rechtsweg sowie Einsendungen, die Dienstleister für ihre Kunden vornehmen, sind ausgeschlossen.