Ab 15. Dezember 2019: Das neue Netz Breisgau Ost-West

Von Endingen und Breisach über Gottenheim, Freiburg und Titisee bis Villingen bzw. Seebrugg

Am 15. Dezember 2019 startet das Netz Breisgau Ost-West als Teil des Gesamtprojekts "Breisgau S-Bahn 2020" mit neuen Fahrzeugen, einem verbessertem Fahrplanangebot und modernisierten Stationen. Die Umstellung von Diesel- auf Elektrotriebzüge und die Schaffung der hierzu erforderlichen Voraussetzungen in nur 36 Monaten stellte für alle Beteiligten eine Herausforderung dar.

In nur 36 Monaten von der Planung bis zum Betriebsstart

Komfortabel und modern: die neuen Fahrzeuge

Für das Netz wird die Fahrzeugflotte der SFBW (Landesanstalt Schienenfahrzeuge Baden-Württemberg) um 11 dreiteilige und 15 vierteilige Elektrotriebwagen der Firma Alstom im Landesdesign erweitert (Typ Coradia Continental). Die DB Regio Baden-Württemberg pachtet diese im Rahmen des abgeschlossenen Verkehrsvertrages.

Die Höllentalbahn überwindet auf ihrem Weg von Freiburg nach Donaueschingen auf dem Streckenabschnitt bis Hinterzarten über 600 Höhenmeter. Sie ist mit Steigungen von bis zu 57 Prozent die steilste Hauptbahnstrecke in Deutschland, was besondere Anforderungen an Fahrzeugmaterial und Personal stellt. Dank eines neuen Antriebskonzepts mit Drehstromtechnik verbrauchen die Fahrzeuge etwa 30 Prozent weniger Strom und fahren mit einer Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h.

Alle Fahrzeuge sind mit einem modernen Fahrgastinformationssystem sowie Videokameras ausgestattet. Darüber hinaus zeichnen sie sich durch einen erhöhten Fahrkomfort mit Klimaanlagen, Steckdosen, WLAN, großzügigen Sitzabständen sowie geräumigen Mehrzweckbereichen für Fahrräder und Rollstühle aus.

Weitere Informationen zum Fahrzeug:

Technisches Datenblatt (PDF, 1.09MB)

Hoch komplex: der neue Betriebsablauf

Im Netz Breisgau Ost-West werden ab Betriebsstart jährlich 2,9 Mio. Zugkilometer gefahren. Das Betriebskonzept für die Strecke ist aufgrund teilweise eingleisiger Streckenabschnitte und dem sogenannten Flügelkonzept anspruchsvoll. Täglich werden 120 Flügelungs- und Kupplungsmanöver durchgeführt, die Fahrzeuge werden dabei in Titisee und Gottenheim geteilt beziehungsweise zusammengeführt. Zum Teil werden auch in Neustadt (Schwarzw.) Einheiten bedarfsgerecht beigestellt oder abgehängt.

Was ändert sich am Fahrplan?

  • Durchbindung der Züge von Endingen/Breisach bis Villingen/Seebrugg von Montag bis Samstag mit Flügelkonzept in Gottenheim und Titisee.
  • Zusätzlicher Verstärkerzug zwischen Freiburg und Kirchzarten in der Hauptverkehrszeit von Montag bis Freitag zur Abdeckung des Schüler- und Berufsverkehrs.
  • Taktverdichtung zwischen Freiburg–Titisee–Neustadt/Seebrugg an Sonn- und Feiertagen zur Abdeckung des Ausflugsverkehrs.
  • Züge von und nach Breisach/Endingen beginnen und enden an Sonn- und Feiertagen in Freiburg (keine Durchbindung ins Höllental)

Werkstatt: Vorbereitung auf Instandhaltung mit Umbau, Erweiterung und Neubau

Für die Instandhaltung der neuen Fahrzeuge sind der Umbau und die Erweiterung der bisherigen Werkstatt sowie der Bau einer neuen Werkstatt erforderlich. Bei der bisherigen Werkstatt erfolgte der Umbau während des laufenden Betriebs. Neben dem Aufbau von neuen Dacharbeitsständen lag eine der wesentlichen Neuerungen in der Umstellung auf die Elektrotriebzüge (Elektrifizierung der Werkstatt).

Sowohl für die alte als auch die neue Werkstatt stellte das schwierige Gelände mit aufgefülltem, nicht tragfähigem Baugrund eine große Herausforderung dar. In der alten Halle steht jede Stütze der neuen Dacharbeitsstände auf bis zu 7 Meter tiefen Mikropfählen. Zur Stabilisierung der neuen Halle werden ganz und gar 850 Säulen benötigt.

bwegt bringt nachhaltige Mobilität für alle

Verantwortlich für die Bestellung der Nahverkehrszüge ist das Land Baden-Württemberg. Unter der Mobilitätsmarke bwegt erfolgt die Neugestaltung des Nahverkehrs in Baden-Württemberg. Die Züge werden von den Betreibergesellschaften auf Zeit vom Land gepachtet und fahren auch im frischen Landesdesign. Bis die Neugestaltung des Schienenpersonennahverkehrs im Dezember 2022 abgeschlossen sein wird, gehen über 250 neue Züge "auf Strecke".

Weitere Infos unter

www.bwegt.de/meilensteine2019

Modernisierung und Elektrifizierung des Streckennetzes: Breisgau-S-Bahn 2020

Das Verkehrsaufkommen auf den Strecken im Großraum Freiburg steigt stetig. Um auch in Zukunft die wachsende Nachfrage abdecken zu können, werden im Projekt "Breisgau-S-Bahn 2020" zahlreiche Ausbauarbeiten realisiert. Große Teile der bestehenden Bahn-Strecken werden um- und ausgebaut sowie elektrifiziert. Die Fahrgäste profitieren durch diesen Ausbau von schnelleren Verbindungen, einem dichteren Angebot und einem durchgängigen Verkehrsnetz sowie barrierefreien Bahnhöfen.

Weitere Infos unter

bauprojekte.deutschebahn.com/p/breisgau-s-bahn

Kostenloser Download - Die Breisgau-S-Bahn 2020 App

Mit interaktiver Baukarte, Projekttagebuch, Updates sowie weiterführenden Informationen und vertiefenden Materialien (z. B. Lagepläne) sind Sie immer bestens zum Bauprojekt informiert:

iOS App Store Google Play Store

Nahverkehrskonzept Breisgau-S-Bahn

Der Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs - und insbesondere der regionalen Schienenstrecken als dessen Rückgrat – ist ein wichtiges Anliegen der Verkehrspolitik. Der ZRF hat hierzu in den 1990er Jahren gemeinsam mit dem Land Baden-Württemberg und in Abstimmung mit den Verkehrsunternehmen in der Region das "Integrierte regionale Nahverkehrskonzept Breisgau-S-Bahn" entwickelt.

Zur Seite des Zweckverband Regio-Nahverkehr Freiburg:

www.bsb2020.de