Schutz für seltene Wildäpfel

Im Naturschutzgebiet Allacher Lohe hat die Münchner Kreisgruppe des Landesbundes für Vogelschutz (LBV) seltene Wildäpfel entdeckt. Eine Allianz aus Verband, Behörden und Deutscher Bahn kümmert sich nun darum, dass die gefährdete Art erhalten bleibt.

„Bislang sind acht Individuen genetisch als Wildapfel zertifiziert, das Vorkommen ist aber vermutlich noch größer“, sagt Dr. Heinz Sedlmeier, Geschäftsführer des LBV München. Dass für ganz Bayern nur drei weitere Wildapfelvorkommen in ähnlicher Größe bekannt sind, unterstreicht die Bedeutung des Fundes. Aufgrund seiner Seltenheit stuft die Rote Liste den Wildapfel als „gefährdete Art“ ein.

Um den Bestand zu erhalten und für die Zukunft zu sichern, arbeiten nun LBV, das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Ebersberg (AELF), die Grundstückseigentümerin Deutsche Bahn und die Untere Naturschutzbehörde (UNB) der Stadt München zusammen.

Erste Schutzmaßnahmen für Wildäpfel im Spätwinter geplant

Mit ersten konkreten Schutzmaßnahmen startet die Deutsche Bahn bereits im Spätwinter. Gemeinsam mit dem LBV werden wir dann ausgewählte Wildapfelindividuen behutsam freistellen, damit ihre Kronen optimal wachsen können und der Bestand wieder an Vitalität gewinnt. Denn derzeit sind die Wuchsbedingungen für die Wildäpfel nicht optimal, da die Bäume im Wald kaum Licht bekommen.

„Als Deutsche Bahn ist uns der Natur- und Umweltschutz ein zentrales Anliegen. Deshalb unterstützen wir den Erhalt der seltenen Wildäpfel in der Allacher Lohe“, sagt Daniel Jentsch, bei der Deutschen Bahn in Nürnberg zuständig für das Management von Naturschutzflächen. Im kommenden Sommer soll der gesamte Allacher Wildapfelbestand kartiert und ein langfristiges Schutzkonzept für die Wildäpfel erarbeitet werden.


Warum ist der Wildapfel so selten?

Der Wildapfel (Malus sylvestris) ist die in großen Teilen Europas ursprünglich heimische Apfelart. Konkurrenz bekam er durch den schon vor über 2.000 Jahren aus Zentralasien nach Europa eingeführten Kulturapfel (Malus domesticus). Da der Kulturapfel sehr häufig ist und sich beide Arten kreuzen können, ist die reine Wildapfelform extrem selten geworden. Weil Hybride häufig sind, können 100%-ige Wildäpfel nur durch genetische Untersuchung nachgewiesen werden. Licht- und Halbschattenstandorte wie zum Beispiel Waldränder sind seine bevorzugten Habitate. Gegenüber forstlichen Wirtschaftsbaumarten ist er konkurrenzschwach. Um den Wildapfel in unseren Wäldern zu erhalten, muss er aktiv gefördert werden.


Allacher Wildäpfel können zur Bereicherung unserer Mischwälder beitragen

„Der Fund ist ein Glücksfall für die Region“, sagt Martin Holzäpfel vom AELF. „Eine Nachzucht aus der Allacher Population könnte Mischwaldbestände im gesamten Voralpenland bereichern.“ Das langfristige Ziel für die Allacher Wildapfelpopulation ist daher neben dem Erhalt des Bestandes vor allem der Aufbau einer genetisch gesicherten Nachzucht. Die dann in die freie Natur ausgebrachten Nachkommen können zur Vielfalt der heimischen Wälder beitragen und die Situation des Wildapfelbestandes in Bayern verbessern.

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