Fahrpreisnacherhebungen - einfach vermeidbar!

Fahrpreisnacherhebung

Viele Bahnreisende haben die Situation bereits erlebt: der Prüfer stellt einem Mitreisenden eine Fahrpreisnacherhebung aus. Grundsätzlich nichts Ungewöhnliches, denn Fahrpreisnacherhebungen können viele Ursachen haben und bedeuten nicht, dass jemand absichtlich "schwarz gefahren" ist. Fahrpreisnacherhebungen bieten vielmehr die Möglichkeit, z. B. vergessene, auf den Namen des Reisenden ausgestellte Fahrkarten oder Legitimationen (BahnCard, Schülerausweise etc.) innerhalb von 14 Tagen nachträglich vorzulegen. Somit wird die Forderung auf die in den jeweiligen Beförderungsbedingungen festgelegte Bearbeitungsgebühr reduziert.

Die Beförderungsbedingungen der DB finden Sie hier: Beförderungsbedingungen. Die Beförderungsbedingungen der Verbünde finden Sie z. B. im Internet bei dem jeweiligen Verkehrsverbund.

Wie hoch ist eine Fahrpreisnacherhebung? Was passiert, wenn ich die Zahlungsfrist versäume?
Hier finden Sie weitere Informationen zur Fahrpreisnacherhebung.

An dieser Stelle möchten wir Sie informieren, wie Sie solche unangenehmen Situationen selbst vermeiden können oder sich im Falle eines Falles am besten verhalten.

Die häufigsten Beispiele für Fahrpreisnacherhebungen

Fahrpreisnacherhebungen können nur durch einen berechtigen Prüfer ausgestellt werden. Hierbei handelt es sich entweder um einen uniformierten Zugbegleiter in den Fern- und Nahverkehrszügen der Deutschen Bahn, oder einen von der Deutschen Bahn bestellten Prüfer, der in Zivil Kontrollen durchführt, wobei er sich stets mit einem Ausweis zu erkennen gibt. Die Prüfer sind verpflichtet, eine Fahrpreisnacherhebung auszustellen, wenn ein Reisender keine gültige Fahrkarte vorweisen kann - und zwar ohne Ausnahme.

  • Sie besitzen für Ihr Online-Ticket nicht die dazugehörige Legitimation.
  • Sie besitzen keine gültige Fahrkarte für sich oder Ihr Fahrrad.
  • Ihre Fahrkarte ist nicht am Nahverkehrsautomaten entwertet.
  • Sie benutzen eine Fahrkarte außerhalb der gültigen Zeit.
  • Sie benutzen eine Fahrkarte mit ungültigem Geltungszeitraum und/oder Streckenabschnitt.
  • Sie besitzen eine Fahrkarte ohne dazugehörige Berechtigung zur Ermäßigung (z.B. BahnCard, Schülerfahrkarte).
  • Sie halten sich mit einer 2. Klasse-Fahrkarte in der 1. Klasse auf.

Tipps, wie Fahrpreisnacherhebungen vermieden werden können

Automaten und Entwerter

Sofern Sie Ihre Fahrkarte am Automaten kaufen möchten, sollten Sie stets passendes Bargeld bereithalten. Bitte berücksichtigen Sie, dass auch kleine Beschädigungen oder Verschmutzungen ausreichend sein können, dass der Automat Ihr Geld nicht annimmt. Wiederholen Sie ggf. den Einwurf der Geldstücke oder der Geldscheine. Bei Geldscheinen achten Sie bitte darauf, dass Kanten nicht umgeknickt sind. Sollte der Automat Ihre EC- oder Kreditkarte nicht annehmen, versuchen Sie bitte Ihre Karte ggf. mit einem weichen und schmutzfreien Tuch zu reinigen.

In dem Fall, dass trotz einer versuchten Entwertung kein Entwerteraufdruck auf der Fahrkarte erscheint, versuchen Sie es bitte zunächst noch einmal und achten darauf, Ihre Fahrkarte gerade in den Entwerter einzuschieben.

In den meisten Bahnhöfen stehen mehrere Automaten und Entwerter zur Auswahl. Bitte versuchen Sie, auf einen anderen Automaten bzw. Entwerter auszuweichen.

Bei technischen Störungen oder Beschädigungen melden Sie bitte die Störung telefonisch unter Angabe der Automatennummer/ Entwerternummer bzw. des Standortes des Automaten/ Entwerters an unsere Störungshotline. Die Automaten- / Entwerternummer und die Telefonnummer sind an jedem Automaten angebracht.
Versuchen Sie, auf einen anderen Automaten /Entwerter auszuweichen. Steht kein anderer Automat zur Verfügung, die Störungshotline hat die Störung aufgenommen und es besteht keine andere Möglichkeit, eine Fahrkarte zu erwerben (z. B. im Reisezentrum) oder zu entwerten, steigen Sie in den Zug ein und melden Sie sich sofort und unaufgefordert beim dortigen Zugbegleitpersonal. Teilen Sie ihm die Umstände mit, warum Sie keine Fahrkarte lösen oder entwerten konnten und die Automaten- bzw. Entwerternummer. Unser Prüfer wird Ihnen eine Fahrpreisnacherhebung mit einem entsprechenden Hinweis ausstellen. Die bearbeitende Stelle der Bahn wird sich mit Ihnen in Verbindung setzen.

Fahrkarte nicht vergessen

Sie haben eine auf Ihren Namen ausgestellte Fahrkarte oder einen Berechtigungsausweis für reduzierte Fahrkarten vergessen, können Sie diese innerhalb von 14 Tagen in einem Reisezentrum nachträglich vorlegen oder als Kopie an die auf der Fahrpreisnacherhebung ausgewiesenen Anschrift senden. Die Gebühr für die nachträgliche Vorlage ist in den jeweiligen Beförderungsbedingungen festgelegt.

Sofern Sie keine persönliche, auf Ihren Namen ausgestellte Fahrkarte besitzen, kann die nachträgliche Vorlage nicht anerkannt werden. In diesem Fall ist die volle Fahrpreisnacherhebung zu bezahlen.

Sich mit einer 2. Klasse-Fahrkarte nicht in der 1. Klasse aufhalten

Die Deutsche Bahn bietet Reisenden in der 1. Wagenklasse einen besonderen Komfort. Daher sind nur Inhaber von 1. Klasse-Fahrkarten berechtigt, sich im 1. Klasse- Bereich aufzuhalten. Beachten Sie bitte: Auch wenn in der 2. Klasse alle Sitzplätze belegt sein, ist der Aufenthalt in der 1. Klasse ohne aufpreispflichtige 1. Klasse-Fahrkarte nicht erlaubt.

Tipp: Reservieren Sie im Fernverkehr frühzeitig Ihren Sitzplatz in der 2. Klasse oder erwerben Sie vor Antritt der Fahrt einen Übergang in die 1. Klasse bzw. gleich eine 1. Klasse-Fahrkarte - auch hier empfehlen wir Ihnen eine Reservierung.

Fahrkarten nur in der gültigen Zeit und im Geltungsbereich benutzen

Einige Fahrkarten der Deutschen Bahn unterliegen besonderen Bestimmungen.

Beispielsweise bieten Ihnen Länder-Tickets preisgünstige Zugfahrten zu bestimmten Zeiten. Sofern Sie in einen Zug einsteigen, der bereits vor der beim Länder-Ticket festgelegten Zeit abfährt, benötigen Sie für diesen Zeitraum eine weitere Fahrkarte. Diese muss mindestens bis zu einem Halt des Zuges gelöst werden, wo der Zug in der für das Länderticket gültigen Zeit hält. Diese Fahrkarte muss ebenfalls vor dem Einstieg in den Zug erworben und ggf. entwertet werden.

Einschränkungen gelten auch hinsichtlich des Gebietes (Geltungsbereich), in dem die Fahrkarte genutzt werden darf. Wenn Sie in einen Zug einsteigen, der außerhalb des zugelassenen Gebietes Ihrer eingeschränkt gültigen Fahrkarte beginnt oder endet, so benötigen Sie für die Strecke außerhalb des Gebietes eine separate Fahrkarte bis zu/ von einem Haltepunkt des Zuges innerhalb des Gebietes. Diese Fahrkarte muss ebenfalls vor dem Einstieg in den Zug erworben und ggf. entwertet werden.

Fahrkarten für Fahrräder oder Hunde lösen

Die Mitnahme von Fahrrädern und/oder Hunden ist in einigen Gebieten und Zügen kostenlos bzw. teilweise zeitlich begrenzt möglich. Bitte erkundigen Sie sich rechtzeitig vor dem Reiseantritt, ob Sie für Ihre beabsichtigte Fahrt eine Fahrradkarte oder Fahrkarte für Ihren Hund benötigen.

Eine hinterlegte Auftrags- oder Pick- Up Nummer konnte am Automaten nicht gefunden oder abgerufen werden

Möglicherweise wurde die Auftrags- oder Pick- Up Nummer vom Reiseveranstalter oder der Fluggesellschaft nicht hinterlegt oder storniert. Versuchen Sie außerdem zu prüfen, ob die Nummer richtig notiert bzw. eingegeben wurde.

Setzen Sie sich bitte mit Ihrem Reiseveranstalter oder der Fluggesellschaft in Verbindung. Wenn Ihnen die richtige Auftrags- oder Pick- Up Nummer mitgeteilt wurde, versuchen Sie es erneut am Automaten. Sollte eine Klärung kurzfristig nicht möglich sein, wird Ihnen im Zug eine Fahrpreisnacherhebung ausgefertigt. Fragen Sie Ihren Reiseveranstalter oder Ihre Fluggesellschaft, unter welcher Auftrags- oder Pick- Up Nummer die Fahrt vom/zum Flughafen abgerechnet wurde. Reichen Sie diese Nummer so zeitnah wie möglich bei der Fahrpreisnacherhebung nach, damit die Buchung überprüft werden kann. Wird die Berechtigung durch die gebuchte und gezahlte Auftrags- oder Pick- Up Nummer nachgereicht, können wir die nachträgliche Vorlage anerkennen. Wenn die Klärung nicht möglich sein sollte, sind Sie zur Zahlung der Fahrpreisnacherhebung verpflichtet, da nicht nachgewiesen werden konnte, dass der Fahrpreis vom Reiseveranstalter oder der Airline tatsächlich verbucht wurde.