Reiseplanung und Beratung

Für Reisende mit Behinderungen (z. B. Menschen mit Lernschwierigkeiten, gehörlose und schwerhörige Menschen, blinde und sehbehinderte Menschen, Menschen mit Greifbeeinträchtigung, gehbehinderte oder kleinwüchsige Menschen) bietet die Deutsche Bahn attraktive Angebote und Services, die wir Ihnen auf dieser Seite gerne vorstellen.

1. Allgemeine Angebote und Services der DB

Für Reisende mit Behinderungen bietet die Mobilitätsservice-Zentrale (MSZ) der Deutschen Bahn Beratung und tatkräftige Unterstützung bei der Reiseplanung an:

a) Mobilitätsservice-Zentrale (hier klicken für Details)

  • Hilfe beim Ein- und Umsteigen:
    Wenn Sie auf Ihrer Bahnreise Hilfe beim Ein-, Um- und Aussteigen benötigen, z. B. weil Sie auf einen Rollstuhl angewiesen, blind oder sehbehindert sind, organisieren die Mitarbeiter der Mobilitätsservice-Zentrale gerne alles Notwendige.
    Hier können Sie Hilfeleistungen buchen

    Bitte beachten Sie, dass wir Ihre Anmeldung bis 20:00 Uhr am Vortag Ihrer Reise benötigen!
  • MSZ hilft beim Buchen von Tickets und Reservierungen:
    Darüber hinaus helfen wir Ihnen gerne bei der Bestellung von Fahrkarten und Sitzplatzreservierungen und senden Ihnen Ihre Reiseunterlagen auf Wunsch per Post zu oder hinterlegen sie am Fahrkartenautomaten im Bahnhof zur Abholung.
  • Anfragen und Informationen:
    Wir informieren Sie über Hilfsmittel, über die Verfügbarkeit von Servicepersonal an den Stationen und über die Einstiegssituation bei den jeweiligen Zügen. Störungen an Aufzügen oder baustellenbedingte Abweichungen teilen wir Ihnen gerne mit. Wir ermitteln die für Sie günstigsten Verbindungen, bei Bedarf mit möglichst wenigen Umstiegen und ausreichenden Umsteigezeiten.

    Wir teilen Ihnen alle Regelungen für den Zugang zu unseren Dienstleistungen mit. Diese sind auch auf unserer Internetseite unter bahn.de/fahrgastrechte für Sie zusammengestellt. Damit Benachteiligungen für Menschen mit Behinderungen ausgeschlossen sind, gelten für diese eine Reihe ergänzender Rechte, so z. B.

    - bei erforderlichen Taxifahrten oder Hotelübernachtungen aufgrund von Zugausfällen oder Zugverspätungen insbesondere für Rollstuhlnutzer und ihre Begleitperson
    - bei der Berücksichtigung unentgeltlich genutzter Streckenanteile im Falle von Entschädigungsforderungen
    - bei der Nutzung höherwertiger Züge im Falle von Verspätungen.

    Zögern Sie bitte nicht, uns anzurufen oder per E-Mail zu kontaktieren, wenn Sie Fragen z.B. zu geeigneten Zügen, der Barrierefreiheit von Bahnhöfen oder den Mindestumsteigezeiten haben.

Wie Sie MSZ erreichen, haben wir Ihnen im Infokasten zusammengestellt.

Egal, ob Sie Beratung bei der Reiseplanung, eine Sitzplatzreservierung oder eine Fahrplanauskunft benötigen - wir stehen Ihnen gerne mit Rat und Tat zur Seite.

So erreichen Sie die Mobilitätsservice-Zentrale:
Benötigen Sie einen direkten Ansprechpartner vor Ort?
Täglich von 6 bis 22 Uhr

  • Telefon: 0180/6512512 (20 ct/Anruf aus dem Festnetz, Tarif bei Mobilfunk max. 60 ct/Anruf)
  • Fax: 0180/5159357 (14ct/Min. aus dem Festnetz, Tarife bei Mobilfunk ggf. abweichend, max. 42 ct/Min)
  • E-Mail: msz@deutschebahn.com
  • Wir empfehlen Ihnen folgende Kontakte:

  • - Verkehrsverbünde (sortiert nach PLZ und Region): hier Liste herunterladen
  • - Verzeichnis der Nichtbundeseigenen Eisenbahnen (sortiert nach A – Z): hier Liste herunterladen
  • - Informationen zu unseren DB Regio Bus Gesellschaften finden Sie im Abschnitt e) zum Thema DB Regiobus
  • Hinweis und Informationen für gehörlose und hörgeschädigte Reisende finden Sie unter bahn.de/gehoerlos

    b) Fahrplanauskunft (hier klicken für Details)

    Neben der Beratung durch die Mobilitätsservice-Zentrale oder durch unsere Verkaufsstellen und DB Informationen stehen Ihnen weitere Auskunftsmöglichkeiten zur Verfügung:

    • telefonische Auskünfte über den Fahrplan erhalten Sie rund um die Uhr aus dem deutschen Festnetz und den Mobilfunknetzen innerhalb Deutschlands über die kostenlose Rufnummer 0800/1 50 70 90
    • Mit den Apps von bahn.de finden Sie alle reisebegleitenden Services für Ihr Smartphone. Von Unterwegs können Fahrpläne, Routenplaner, Navigation, aktuelle Ankunftszeiten und Ticketbuchung in einer praktischen App auf dem Smartphone oder Tablet genutzt werden.

    c) Hilfeleistung beim Ein- und Ausstieg an Bahnhöfen ohne Servicepersonal (hier klicken für Details)

    Kleinere Bahnhöfe haben häufig kein oder nur wenig Servicepersonal vor Ort, das Ihnen beim Ein- und Aussteigen in den Regionalzug (RE, RB, IRE) oder die S-Bahn helfen kann. Deshalb können Sie auch für diese Fahrten über die Mobilitätsservice-Zentrale Hilfe durch das Zugpersonal vorbestellen.

    Voraussetzung ist, dass die angegebene Reiseverbindung geeignet ist. Besonders für Rollstuhlfahrer ist der stufenlose Zugang zum Bahnsteig und eine überbrückbare Einstiegshöhe in den jeweiligen Nahverkehrszug wichtig. Die Züge müssen mit technischen Einstiegshilfen ausgestattet sein, um bei unterschiedlichen Einstiegssituationen den Zugang zu ermöglichen.

    d) Beförderung im IC Bus (hier klicken für Details)

    Sowohl auf nationalen als auch auf grenzüberschreitenden Verbindungen können auf Linien des IC Busses mobilitätseingeschränkte Reisende befördert werden. Die Buspersonale der IC Busse sind für den Umgang mit mobilitätseingeschränkten Reisenden geschult und geben Hilfestellungen beim Ein- und Ausstieg.

    Die Beförderung von Rollstuhlfahrern ist in allen IC Bussen möglich, wenn die Kunden auf einem nor-malen Sitzplatz reisen können und der Rollstuhl faltbar ist. Der Großteil der IC Busse verfügt zudem über einen speziellen Rollstuhlstellplatz, so dass der/die Reisende den Rollstuhl nicht verlassen muss.

    Eine Anmeldung von Hilfeleistungen kann bei Bedarf über die Mobilitätsservice-Zentrale erfolgen. Ebenso können dort alle relevanten Informationen zu Reiseverbindungen und zur barrierefreien Zugänglichkeit von Bahnhöfen erfragt werden. Weitere Informationen erhalten Sie außerdem in den Be-förderungsbedingungen des IC Busses.

    Informationen zum IC Bus Beförderungsbedingungen für den IC Bus

    e) Beförderung bei DB Regio Bus (hier klicken für Details)

    Wussten Sie, dass wir als größtes Busunternehmen Deutschlands rund 4.700 eigene Busse betreiben? Davon sind 3.700 aufgrund ihrer Niederflurtechnik für mobilitätseingeschränkte Reisende besonders geeignet.

    Niederflurige Busse ermöglichen einen leichteren und barrierefreien Einstieg in den Bus. Um den Spalt zwischen Bordsteinkante und Bus zu verringern, befinden sich in den Bussen ausklappbare Rampen. Der Busfahrer kann diese betätigen und so den Einstieg mit Rollstuhl ermöglichen.

    Die Busse haben eine kontrastreiche Innenausstattung und Platz für Rollstuhlfahrer, Rollatornutzer und Kinderwagen. Ebenso gibt es Vorrangplätze; das sind eigens markierte Plätze für Menschen mit Behinderungen, ältere Menschen oder Schwangere.

    Damit Sie den Ausstieg nicht verpassen, werden die Haltestellen vom Fahrer oder automatisch angesagt. Die nächste Haltestelle und oft auch der Linienverlauf werden über die Fahrgastbildschirme im Bus angezeigt.

    Die Mitarbeiter gehen auch bei DB Regio Bus auf Ihre individuellen Bedürfnisse sensibel ein und begegnen Ihnen mit Freundlichkeit und Respekt. Die Fahrer werden besonders geschult. Sprechen Sie bitte die Fahrer aktiv an, falls Sie eine Unterstützung benötigen, denn nicht immer ist ein Hilfebedarf auf den ersten Blick erkennbar.

    Weitere Informationen und aktuelle Initiativen von DB Regio Bus finden Sie unter www.dbregio.de Auflistung zum Download: Standorte der Gesellschaften der DB Regio Bus (PDF, 150.85KB)

    2. Ihre persönlichen Vorteile

    2.1 Gesetzliche Nachteilsausgleiche

    Menschen mit Behinderungen können Leistungen in Anspruch nehmen, wenn sie einen amtlichen Schwerbehindertenausweis besitzen. Zusätzliche Vergünstigungen gibt es mit Beiblatt mit gültiger Wertmarke. Der Schwerbehindertenausweis ist grün und hat einen halbseitigen, orangefarbenen Flächenaufdruck. Der bescheinigte Grad der Behinderung und der Eintrag bestimmter Merkzeichen im Schwerbehindertenausweis bieten bei Bahnreisen weitere Vorteile.

    Der Ausweis und die Wertmarke sind beim Versorgungsamt erhältlich. Die Wertmarke gilt entweder ein Jahr oder ein halbes Jahr und kostet zur Zeit 80 Euro bzw. 40 Euro.

    Kostenlos erhalten die Wertmarke behinderte Menschen, die blind oder hilflos sind; die Leistungen der Hilfe zum Lebensunterhalt nach dem SGB II (Grundsicherung für Arbeitssuchende), dem SGB XII (Sozialhilfe) oder vergleichbaren gesetzlichen Bestimmungen beziehen.

    a) Unentgeltliche Beförderung im Nahverkehr - Besitz einer Wertmarke (hier klicken für Details)

    Schwerbehinderte Reisende, die über ein Beiblatt mit gültiger Wertmarke verfügen, dürfen die Nahverkehrszüge der DB Regio AG (Produktklasse C - das heißt, S-Bahn, Regionalbahn (RB), Regionalexpress (RE) und Interregio-Express (IRE)) bundesweit kostenfrei in der 2. Klasse nutzen. Dies gilt auch für Schienenpersonennahverkehrszüge anderer Eisenbahnverkehrsunternehmen und für den ÖPNV mit Bussen, Straßenbahnen und U-Bahnen.

    Für Fernverkehrszüge (IC/EC-, ICE- und D-Züge) gilt diese Regelung nicht! Fernverkehrszüge können unentgeltlich nur benutzt werden, wenn sie für Fahrkarten des Verkehrsverbundes freigegeben sind (zum Beispiel in Störungsfällen).

    b) Beförderung einer Begleitperson/eines Hundes - Merkzeichen "B" (hier klicken für Details)

    Es gelten die Regelungen zur kostenfreien Beförderung einer Begleitperson und/oder eines Hundes nach dem SGB IX.

    Danach darf eine Begleitperson und/oder ein Hund kostenlos mitfahren, wenn im Schwerbehindertenausweis ein "B" eingetragen und der Vermerk "Die Notwendigkeit ständiger Begleitung ist nachgewiesen" oder "Die Berechtigung zur Mitnahme einer Begleitperson ist nachgewiesen" nicht gelöscht ist (diese Regelung gilt auch, wenn der schwerbehinderte Fahrgast keine Wertmarke besitzt).

    Die kostenlose Beförderung von Begleitpersonen und/oder Hunden gilt in allen Zügen des Nah- und Fernverkehrs, auf Buslinien im Nah- und Fernverkehr, in Zügen der sonstigen Eisenbahnen, auf dem Bodensee, Bereich Überlinger See und im Nordseeinselverkehr.

    c) Schwerbehinderte Kinder plus Begleitperson (hier klicken für Details)

    Ein schwerbehindertes Kind bis 6 Jahren reist kostenlos mit der Bahn.

    Ist im Ausweis des Kindes die Berechtigung zur Mitnahme einer Begleitung und das Merkzeichen "B" vermerkt, darf auch die Begleitperson kostenlos fahren. Allerdings braucht das Kind mit Behinderung ab 6 Jahren eine Fahrkarte - es sei denn, es reist aufgrund der gesetzlichen Nachteilsausgleiche (d.h. es ist im Besitz einer Wertmarke) kostenfrei.

    d) Benutzung der 1. Klasse - Merkzeichen 1. Kl. (hier klicken für Details)

    Sie können die 1. Wagenklasse nutzen, wenn in Ihrem Schwerbehindertenausweis das Merkzeichen "1. Kl." eingetragen ist. Dies gilt:

    • Mit Schwerbehindertenausweis und Wertmarke In allen Zügen des Nahverkehrs (S, RB, RE, IRE)
    • Mit einer Fahrkarte 2. Klasse in allen Zügen der DB, ausgenommen sind Fahrten in Sonderzügen und Sonderwagen.

    2.2 Unternehmerische Vergünstigungen

    a) Kostenlose Sitzplatzreservierung - Merkzeichen "B" (hier klicken für Details)

    Wenn Sie auf eine ständige Begleitung angewiesen sind und einen Schwerbehindertenausweis mit dem Merkzeichen "B" besitzen, können wir einen oder zwei Plätze kostenlos für Sie reservieren. Wenden Sie sich dazu bitte an die Mobilitätsservice-Zentrale oder an eine unserer Verkaufsstellen.

    Generell empfiehlt sich eine Sitzplatzreservierung auch, wenn Sie sich am Umsteige- oder Zielbahnhof abholen lassen, da Ihr Abholer Sie anhand der Wagen- und Platznummer leichter finden kann.

    b) Unentgeltliche Mitnahme von Hilfsmitteln (hier klicken für Details)

    Rollstuhl, Rollator oder Gehhilfen werden selbstverständlich in allen Zügen und Bussen kostenlos befördert, wenn die technischen Voraussetzungen der Fahrzeuge dies erlauben.
    In unserem Leitfaden für die Mitnahme orthopädischer Hilfsmittel finden Sie eine Auflistung und Beschreibung aller Hilfsmittel, die wir befördern können.

    Mitnahme orthopädischer Hilfsmittel: Leitfaden zum Download (PDF, 621.25KB)

    c) BahnCard zum ermäßigten Preis - GdB 70 (hier klicken für Details)

    Schwerbehinderte Personen mit einem Grad der Behinderung von mindestens 70 erhalten die BahnCard 25 und BahnCard 50 zum ermäßigten Preis.

    Weitere Informationen erhalten Sie unter www.bahn.de/bahncard

    d) Vergünstigungen bei Reisen ins Ausland - Merkzeichen "B" (hier klicken für Details)

    Die meisten Bahngesellschaften unserer Nachbarländer befördern Ihre Begleitperson kostenfrei. Voraussetzung ist die Ausstellung einer Nullpreis-Fahrkarte durch unsere Verkaufsstellen oder die Mobilitätsservice-Zentrale. Dort erhalten Sie auch nähere Informationen, ob Sie bei Ihrer gewünschten Reiseverbindung davon profitieren können. Für Globalpreiszüge gelten abweichende Ermäßigungsregelungen.

    Mitnahmeregelungen von Begleitpersonen und Begleithunden im internationalen Verkehr
    Durch das am 27.03.2017 veröffentlichte SCIC-NRT-Abkommen werden in Kapitel 17 die Mitnahmeregelungen von Begleitpersonen und Begleithunden im internationalen Verkehr geregelt. Hierbei werden die Teilnahmeländer und spezifischen Bestimmungen verdeutlicht. Dabei werden die Regelungen nach blinden und sehbehinderten Reisenden, Rollstuhlfahrern und anderen Personen mit Behinderungen differenziert.

    Weitere Informationen finden Sie im folgenden PDF:

    Auszug aus dem SCIC-NRT-Abkommen (Kapitel 17) (PDF, 298.69KB)

    e) DB Gepäckservice ermäßigt, Hilfsmittel kostenfrei (hier klicken für Details)

    • Bei der Vorlage des Schwerbehindertenausweises in einer unserer Verkaufsstellen kostet ein Stück Normalgepäck ermäßigt 15,50 Euro.
    • Schwerbehinderte Menschen können nach Maßgabe von §145 Sozialgesetzbuch - Neuntes Buch - (SGB IX) die dort bezeichneten Gegenstände kostenlos zur Beförderung aufgeben.
    • Für schwerbehinderte Menschen im Besitz eines entsprechenden Ausweises mit Merkzeichen "G" wird ein Krankenfahrstuhl/Rollstuhl mit einem Gewicht bis zu 100 kg kostenlos transportiert.
    • Hilfsmittel über 31,5 kg müssen fahrbar sein und stufenfrei abgeholt und zugestellt werden können.
    Mehr dazu unter bahn.de/gepaeck