"Zukunft Bahn"
Was bedeutet das Konzernprogramm für DB Regio?

Das möchten wir erreichen:

  • Pünktlichkeit und Qualität verbessern
  • Neue digitale Services für die Fahrgäste anbieten
  • Verlässlicher Partner für Aufgabenträger und Branche sein

Vorstandsvorsitzender Dr. Jörg Sandvoß im Interview

Herr Dr. Sandvoß, am 1. Januar 1996, also vor zwanzig Jahren, wurde die Regionalisierung des SPNV wirksam. Was verbinden Sie mit diesem Datum?

Dr. Sandvoß: Die Regionalisierung ist die eigentliche Geburtsstunde unserer Branche. Mit ihr begannen der Wettbewerb und die Erfolgsgeschichte des Nahverkehrs. Über annähernd zwei Jahrzehnte haben die Effekte der Regionalisierung den Nahverkehr beflügelt. Sie brachte einen enormen Zuwachs an Leistung, Qualität und vor allem an Fahrgästen.

Und heute ist die Zeit der Höhenflüge vorbei?

Dr. Sandvoß: Von der Euphorie des Anfangs haben wir uns jedenfalls immer weiter entfernt. Um es grob zu skizzieren: Der Wettbewerb ist Alltag, die Aufgabenträger suchen nach Wegen, möglichst viel aus den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln herauszuholen, und die Verkehrsunternehmen stehen unter erheblichem Margendruck. Zugleich kämpft unsere Branche gegen historisch niedrige Benzinpreise an und muss sich zusätzlich die Frage gefallen lassen, ob der Nahverkehr, wie wir ihn heute kennen, noch kompatibel ist mit den Mobilitätsformen des digitalen Zeitalters. Von einer Begeisterung für unser Produkt, unserer Leistung ist angesichts dessen immer weniger die Rede. Dabei brauchen wir diese Begeisterung ganz dringend.

Das Programm "Zukunft Bahn" soll sie wieder wecken?

Dr. Sandvoß: DB Regio ist Teil eines Programms, das den ganzen Konzern umfasst. Es soll aktivieren, einen neuen Aufbruch markieren: Wir nehmen die Zukunft entschlossen in die eigene Hand. In den letzten Jahren haben die DB und auch DB Regio ja schon viele Veränderungen erlebt und gestaltet. Wir müssen aber feststellen, dass unsere Kunden sowohl im Fahrgast- als auch im Bestellermarkt mit unserer Qualität teilweise nicht zufrieden sind. Und der Markt wird sich in hohem Tempo weiterentwickeln - für die Aufgabenträger genauso wie für unsere Fahrgäste gibt es Alternativen zu uns, die zudem durch die fortschreitende Digitalisierung immer transparenter und einfacher zugänglich sind.

Zu einem Aufbruch braucht es allerdings nicht nur Worte, sondern Taten.

Dr. Sandvoß: Richtig. Deshalb ist "Zukunft Bahn" sehr konkret. Wir wissen, wo wir ansetzen müssen, was wir kurz-, mittel- und langfristig erreichen wollen, und haben uns ambitionierte Ziele gesetzt. Aus der übergreifenden Sicht sind für mich vier Punkte entscheidend. Erstens: Qualität ist die Basis, hier können und müssen wir signifikant besser werden. Zweitens müssen wir uns der Digitalisierung stellen. Sie kommt mit oder ohne uns, auf jeden Fall kommt sie bei unseren Kunden. Drittens müssen wir unsere Wettbewerbsfähigkeit verbessern. Das ist auch eine Frage von Intelligenz. Hier schlummern Potenziale, die es zu heben gilt. Und viertens: Wir müssen mit den besseren Konzepten, den überzeugenden Ideen punkten. Die gibt es nur im Team. Deshalb ist es wichtig, alle Mitarbeiter mitzunehmen.

Sie wollen auch das Verhältnis zu den Aufgabenträgern verbessern. Wo wollen sie ansetzen?

Dr. Sandvoß: Vom Vertrauen der Aufgabenträger hängt unser Geschäft maßgeblich ab. Wir haben viele Millionen Fahrgäste und 27 absolute Premiumkunden, nämlich die Aufgabenträger. Ihnen gegenüber wollen wir uns stärker als Berater etablieren. Das Know-how haben wir und werden es durch Kompetenzzentren, die sich um Spezialaufgaben kümmern, weiter stärken. Wo es an personellen Kompetenzen fehlt, wollen wir sie aufbauen. Und wir wollen besser darin werden, schnell und gezielt die Wünsche unserer Kunden zu berücksichtigen.

Welche Bedeutung hat "Zukunft Bahn" für die Branche?

Dr. Sandvoß: Natürlich geht es uns zunächst um DB Regio und darum, Marktanteile zu sichern. Wenn wir nicht gegensteuern, riskieren wir unsere Marktführerschaft im SPNV. Aber es geht auch um mehr. Wir haben in den vergangenen 20 Jahren seit der Regionalisierung gesehen, dass der Zuwachs an Leistung und Qualität im SPNV den Modal Split verschoben und deutlich mehr Fahrgäste auf die Schiene geholt hat. Daran wollen wir anknüpfen, und davon profitiert die ganze Branche. Die Schiene hat das Potenzial, das Verkehrssystem des 21. Jahrhunderts zu werden. Wenn wir unsere Qualität und unsere Angebote verbessern, kommt das allen zugute, die mit uns das Verkehrssystem Schiene nutzen und an seine Zukunft glauben.

Das Team "Zukunft Bahn"

Das Programm "Zukunft Bahn"

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