Regio-Netze

Sechs mittelständische Bahnunternehmen bilden die Regio-Netze. Die Betriebe sind gemeinsam als GmbH unter dem Dach des DB Konzerns organisiert. Die Besonderheit der Regio-Netze gegenüber anderen Unternehmen von DB Regio? Neben der Erbringung der Verkehrsleistung bewirtschaften sie die Infrastruktur in eigener Verantwortung.

Als Ergebnis der DB Mittelstandsoffensive im Jahr 2002 haben sich die Kurhessenbahn (KHB), die Oberweißbacher Berg- und Schwarzatalbahn (OBS), die Südostbayernbahn (SOB) sowie die Erzgebirgsbahn (EGB) gegründet. Diese vier regionale Organisationseinheiten agieren wie mittelständische Unternehmen am Markt. In ihnen sind Infrastruktur und Verkehr im Rahmen der geltenden gesetzlichen Grundlagen miteinander verzahnt. Mit der Westfrankenbahn (WFB), dem Vertriebsservice Ostbayern (VSO) sowie der Gäubodenbahn kamen später weitere mittelständische Einheiten hinzu.

Die DB RegioNetz Verkehrs GmbH und die DB RegioNetz Infrastruktur GmbH mit Sitz in Frankfurt am Main führen die Regio-Netze zentral. Ziel der Regio-Netze ist es, ehemals hochdefizitäre Verkehre im ländlichen Raum so zu optimieren, dass drohende Streckenstilllegungen verhindert und Wettbewerbsverfahren gewonnen werden und dass ein attraktiver, effizienter SPNV in eher strukturschwachen Gebieten dauerhaft sichergestellt wird.

OBS ©
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Die Regio-Netze erbringen jährlich eine Verkehrsleistung von ca. 15 Millionen Zugkilometern auf weitgehend nichtelektrifizierten Strecken fernab der Ballungsräume. Sie sind außerdem für die Bewirtschaftung ihres ca. 1.300 Kilometer langen Streckennetzes zuständig. Dazu gehören auch 266 Verkehrsstationen. Verkehr und Infrastruktur sind eng miteinander verknüpft.

Die Regio-Netze erbringen in einigen Netzen auch Vertriebsleistungen. Seit Gründung im Jahr 2002 registrieren wir in den Regio-Netzen einen Fahrgastzuwachs von rund 40 Prozent. Zugleich steigerten wir die Verkehrsleistung (gemessen in Personenkilometern) um 45 Prozent. Rund 18,5 Millionen Fahrgäste sind jährlich in den Regio-Netzen unterwegs. Die durchschnittliche Pünktlichkeit liegt bei über 97 Prozent, Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit sind hoch.

Das Regio-Netz-Modell ist wirtschaftlich erfolgreich. Rund 1.600 Mitarbeiter sind in den Regio-Netzen beschäftigt. Die Arbeitsprozesse sind strikt auf die regionalen und lokalen Anforderungen ausgerichtet. Kurze Entscheidungswege sowie ein multifunktionaler Personaleinsatz machen den Eisenbahnbetrieb in der Region kostengünstiger. Darüber hinaus gelten die Regio-Netze als bahninterne Innovationsschmiede.