Pressemeldung
Ludwigsburger Kreiszeitung, 22. November 2011
Der "Stromer" dreht künftig auch samstags seine Runde
Seit 2010 ergänzt der „Stromer“ den Busverkehr im Landkreis. Noch befindet er sich in der Testphase, er hat sich aber bereits gut etabliert. Um noch mehr Ausflügler zu erreichen und damit rentabler zu werden, rollt der Bus mit Radanhänger von 2012 an auch samstags durch die Gegend.
Jürgen Vogt, Kreisdezernent für Recht, Ordnung und Verkehr, sieht zwei Gründe für den Erfolg des Rad- und Wanderbusses: die Mund-zu-Mund-Propaganda und die „Stromer“-Infobroschüre.
Waren es in der ersten Saison 102 Fahrgäste pro Tag, sind es in diesem Jahr 136 gewesen - eine Steigerung von 33 Prozent. Ein Ergebnis, mit dem der Ausschuss für Umwelt und Technik des Kreistages sehr zufrieden ist. Ausbaufähig ist allerdings noch der Fahrrad-Service: Fahrgäste, die den normalen VVS-Tarif zahlen, können im Busanhänger kostenlos ihr Rad mitnehmen. Für 20 Drahtesel ist Platz, doch noch nie war der Anhänger voll. Im Durchschnitt wurden pro Tag nur elf Räder transportiert. Aber immerhin eine Steigerung zum ersten Jahr: Da waren es nur sechs pro Tag.
Positiv schlägt sich laut Jürgen Vogt die Fahrstrecken-Erweiterung nieder: Seit der zweiten Saison führt die Route den "Stromer" vom Bietigheimer Bahnhof über Löchgau, Erligheim, Bönnigheim, Freudental ins Kirbachtal, dann nach Tripsdrill und zurück. Von März bis November rollt der Bus an Sonn- und Feiertagen im Zweistundentakt die Route ab. Fünfmal hin und zurück.
Im nächsten Jahr wäre gerne auch Besigheim angefahren worden. Als „einziger Erholungsort im Landkreis und Deutschlands schönster Weinort“ hatte die Stadtverwaltung gehofft, mit dem „Stromer“ die touristische Infrastruktur noch mehr auszubauen. Außerdem sei der Abstecher nach Besigheim nur ein „geringer Umweg“ und vom Bahnhof aus gäbe es eine „hervorragende Anbindung an die Innenstadt oder den Bus nach Löchgau“. Die Kreisräte stimmten gegen den kurzfristig eingereichten Antrag aus Besigheim. Die Begründung: Seit der Streckenerweiterung ist der Bus ausgelastet genug und mit Besigheim könnte der Busfahrer die gesetzlich vorgeschriebenen Ruhezeiten nicht einhalten.
Die Ausschussmitglieder stimmten auch gegen den Wunsch des Naturparks Stromberg-Heuchelberg, mit aufgenommen zu werden. Das würde zu längeren Umlaufzeiten führen, man bräuchte einen weiteren Wagen und Personal - wohingegen man nur mit geringen Mehreinnahmen rechnen könnte.
Zustimmung dagegen gaben alle Kreisräte zum Vorschlag der Verwaltung, den „Stromer“ in der dritten Saison, also 2012, auch samstags einzusetzen. Die Kreisräte hoffen, dass dann Wanderer, Radfahrer und Parkbesucher auch diesen Tag für Ausflüge nutzen. Außerdem sind samstags die Betriebskosten mit 550 Euro wegen entfallender Sonderzuschläge niedriger als sonn- und feiertags (887 Euro). So könnte der Bus für den Landkreis, der den überwiegenden Teil der Kosten für die Fahrten trägt, rentabler werden.
Nach der kommenden Saison ist dann die dreijährige Testphase abgeschlossen. Ob der Bus dann fest etabliert wird, ob sich die angefahrenen Kommunen finanziell beteiligen sollen, und ob die Route doch noch erweitert wird - all das wird dann besprochen.