Einsatz für eine leisere Bahn

Mit einem ganzen Strauß von Maßnahmen sorgt die Deutsche Bahn dafür, dass die Züge der DB immer leiser werden. Lärm ist eines der größten Umweltprobleme unserer Zeit – Lärmschutz daher ein zentrales Anliegen der Deutschen Bahn.

Es rattert und es rumpelt - ein Güterzug rollt vorbei. 60 Wagons, voll beladen mit Containern und schweren Stahlrollen. Schienenverkehr verursacht Lärm, vor allem dann, wenn Güter transportiert werden. Die wichtigste Ursache dafür ist der Kontakt zwischen Rad und Schiene. Die Güterwagen sind mit alten Grauguss-Bremsen ausgestattet, die auf die Lauffläche drücken und bei jedem Bremsvorgang die Radlauffläche aufrauen.
Damit immer mehr Menschen auch neben Bahnschienen von Lärm entlastet werden, sorgt die Bahn seit Jahren dafür, dass sowohl Personen- als auch Güterzüge immer leiser durch Deutschland fahren. Für das Jahr 2020 hat sie sich das Ziel gesetzt, den Lärm von der Schiene im Vergleich zu 2000 zu halbieren. Um dieses Ziel zu erreichen, setzt sie bereits verschiedene Bausteine um. Sie reichen vom Lärmschutz an der Strecke über Maßnahmen an Schienenwegen bis zur Schallbekämpfung an der Quelle.

Zwischen 1999 und 2010 errichtete die DB bereits rund 332 Kilometer Schallschutzwände und baute in über 43.850 Wohnungen Schallschutzfenster ein. Allein in 2010 sind an rund 53 Kilometern Schallschutzwände gebaut und 3.350 Wohnungen lärmsaniert worden. Insgesamt umfasst das Lärmsanierungsprogramm der Bundesregierung rund 3.400 Kilometer Bahnstrecke, von denen bereits 960 Kilometer, also rund 28 Prozent, fertig gestellt sind.

Um die weitere Sanierung zu beschleunigen, setzt sich die Deutsche Bahn dafür ein, dass auch lärmmindernde Maßnahmen an den Fahrzeugen gefördert werden können. Denn am effektivsten ist es, die Entstehung von Lärm gleich an der Quelle zu verhindern. Fahrzeuge im Personenverkehr sind bereits weitgehend mit lärmarmen Scheibenbremsen ausgerüstet. Im Güterverkehr sollen Verbundstoffbremsen für eine leisere Fahrt sorgen. Diese „Flüsterbremse“ verhindert ein Aufrauen der Räder und halbiert das Rollgeräusch der Züge. Alle neuen Güterwagen, die DB Schenker Rail beschafft, sind mit dieser leisen Bremse ausgerüstet. Ende 2010 waren bereits 6.350 Waggons im Bestand von DB Schenker Rail.

Um die Lärmsanierung jedoch konsequent voranzutreiben, müssen auch die Bestandsfahrzeuge auf Verbundstoffbremssohle umgerüstet werden. Allein in Deutschland kommen für die Umrüstung 135.000 Wagen in Frage. Jeder dritte Wagen ist im Bestand von anderen Verkehrsunternehmen oder privaten Wageneinstellern. Damit dies zeitnah realisiert werden kann, plädiert die Deutsche Bahn AG dafür, das Lärmsanierungsprogramm des Bundes auch für die Güterwagenumrüstung zu öffnen. Ende Oktober 2010 übergab Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer einen Fördermittelbescheid zur Lärmsanierung bei bei Güterwagen. Mit den Mitteln wird die pilothafte Umrüstung von rund 1.250 Güterwagen aus dem Bestand auf leisere Verbundstoff-Bremssohlen finanziert. DB Schenker Rail ist bislang das einzige Unternehmen, das im Rahmen des Projektes „Leiser Rhein“ Mittel zur Umrüstung von Bestandsgüterwagen beantragt hat. In 2011 sollen die ersten umgerüsteten Wagen zum Einsatz kommen.

Dass die Flüsterbremse den Lärm hörbar mindert, hat die Deutsche Bahn AG schon 2007 mit einer öffentlichen Demonstrationsfahrt in Bingen bewiesen. Ein speziell zusammengestellter Güterzug, dessen Wagen zur Hälfte mit konventionellen und zur anderen Hälfte mit Flüsterbremsen ausgerüstet war, hatte bei mehreren Durchfahrten im Hauptbahnhof von Bingen mit Geschwindigkeiten von 90 km/h den Lärm um rund zehn Dezibel gemindert. Für das menschliche Ohr entspricht dies einer Halbierung des Lärms.

Video der Demonstrationsfahrt Bingen
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Aufnahme Demonstrationszug Bingen
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