1945 - Die Anfänge
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- Firmengründer Kurt Löwenthal (2. von rechts)
"Es war einmal ..."
so fangen bekanntlich die schönsten Geschichten und Märchen an. Und da die Chronik der Autokraft auch eine kleine Geschichte ist, ist ein solcher Einstieg doch nur recht und billig.
Also, es war einmal ein Mann namens Kurt Löwenthal. Er war Flüchtling und kam aus der Nähe von Danzig. Im Sommer 1945 landete er in Kiel, allerdings nicht allein. Neben der Familie sowie seinem Schwiegervater, Opa Zink, und einem Herrn Daschke hatte Kurt Löwenthal einen Büssing-Trambus und den Namen Autokraft mit im Gepäck.
Das Gefährt stammte noch aus dem Familienbetrieb in der alten Heimat, einem Verkehrsunternehmen mit Omnibussen und Taxen. Die erforderliche Buskonzession bekam Kurt Löwenthal sehr schnell von der britischen Militärregierung. Kein Wunder: Schließlich war man damals froh, dass der Personennahverkehr überhaupt wieder in Gang kam.
So fing alles an
In der Rendsburger Landstraße 191 in Kiel wurde am 15. Juli 1945 der erste Betriebshof gegründet. Offizielle Gewerbebeschreibung: Fuhrunternehmen, Omnibusunternehmen und KFZ - Werkstatt. In der Eröffnungsbilanz standen 1,044,51 Reichsmark.
Die erste Linie führte in Richtung Norden nach Kiel - Schilksee. Man griff damit dem städtischen Verkehrsunternehmen unter die Arme, dessen Fuhrpark damals weitgehend zerstört war. Die weiteren Linien unter eigenem Namen gingen über Land, versorgten später den Raum Ostholstein bis an die Fehmarnsund-Fähre. Das Geschäft blühte, denn jedermann war damals froh, wenn sich überhaupt eine Fahrgelegenheit bot. Ob man sitzen konnte oder auch stehen mußte, es war völlig egal, Hauptsache man kam weiter. Zum Jahresende 1945 hatte sich die Bilanzsumme auf 90.844,37 Reichsmark erhöht. Mittlerweile verkehrten schon sieben Busse unter der Löwenthal - Flagge. Die meisten stammten aus Regierungsbeständen der Besatzungsmacht. 25 Kollegen waren bei der Autokraft in Lohn und Brot.